Das primäre Karzinom der weiblichen Harnröhre ... / vorgelegt von Alexander Freiherr von Engelhardt.
- Engelhardt, Alexander (Alexander Conrad Moritz), Freiherr von, 1885-
- Date:
- 1912
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Credit: Das primäre Karzinom der weiblichen Harnröhre ... / vorgelegt von Alexander Freiherr von Engelhardt. Source: Wellcome Collection.
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![dass sie zunächst nur während der Miction auftreten. Es sind dieses Gefühle von Brennen und einem gewissen „Druck nach unten“ [Fall 2]. Mit dem Fortschreiten der Krankheit verharren die Schmerzen länger, um schliess¬ lich, wie auch in unserem Falle [28] permanent zu bleiben. Nicht selten werden Schmerzen bei der Kohabitation, wel¬ che dieselbe vollends unmöglich machen, angegeben [Fall 17]. Bei weit vorgeschrittener Erkrankung ist oft Irradia¬ tion der Schmerzen bis in den Rücken („Kreuz“) und in die Oberschenkel beobachtet worden [Fall 9]. Ebenso sind Schmerzen bei der Untersuchung mit der Explorations¬ sonde und der Palpation des Tumors, sowohl von der Va¬ gina her, als auch bei direkter Berührung desselben kon¬ stant vorhanden und fehlen nur in sehr seltenen Beobach¬ tungen [Fall 12]. Die Anomalien seitens der Miction bestehen in einer Diskongruenz zwischen dem gesteigerten, ja oft sehr schmerzhaften Harndrange und der jeweilig geringen Harn¬ absonderung. Trotz angestrengten Druckes vermögen die Kranken nur wenige Tropfen Urin zu entleeren. Die Be¬ schwerden beim Wasserlassen können zuletzt in vollkom¬ mene Harnretention übergehen [Fall 12, 13, 14] und schliesslich, bei Zerfall der Retention zur Inkontinenz füh¬ ren [Fall 27]. Levrefre[3] beobachtete eine 10 Jahre lang bestehende Iscliurie, die erst gegen das Ende dieser Zeitspanne in partielle Retention überging. Die Harnröhre ist in den ersten Stadien der Er¬ krankung, als rigider Strang von unregelmässig-höckeriger Beschaffenheit ihrer Oberfläche zu erkennen, beim weite¬ ren Fortschreiten greift die Tumormasse in die Tiefe und nach den Seiten um sich, infiltriert bald nur einen Teil, bald die ganze Umgebung der Harnröhre bis an die Kno¬ chenwände des kleinen Beckens, durchwuchert den Schliess- muskel der Blase und zieht sich manchmal am Blasenhalse, diesen und die perivesikalen Gewebe infiltrierend, bis in die regionären Lymphdrüsen und Stränge fort. Die Ver¬ legung des Urethrallumens durch dieVerymcherung der Tu¬ morwände und die Abszedierung der letzteren nach derHarn-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30618800_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


