Das primäre Karzinom der weiblichen Harnröhre ... / vorgelegt von Alexander Freiherr von Engelhardt.
- Engelhardt, Alexander (Alexander Conrad Moritz), Freiherr von, 1885-
- Date:
- 1912
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Credit: Das primäre Karzinom der weiblichen Harnröhre ... / vorgelegt von Alexander Freiherr von Engelhardt. Source: Wellcome Collection.
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![try u. and.] in Betracht, welche jedoch durch bakterio¬ logische Untersuchung in negativem Sinne, oder mikrosko¬ pische Untersuchung leicht ausgeschlossen werden dürften. Jedenfalls wird eine Probeexcision aus dem Tumor¬ gewebe, besonders wo die Diagnose dubia ist, zwecks mikro¬ skopischer Untersuchung, von vielen Autoren empfohlen. Ferner gibt hei frühzeitigen Entwicklungs-Stadien der Erkrankung und hei höherem Sitz derselben an der Harn¬ röhre, die U rethroskopie, wie sie zuerst von Ober¬ lände r41) und G r ü n f e 1 d42) später von vielen anderen angewandt wird, sicheren Aufschluss über die vorhandenen Neubildungen. Man erkennt hei diesem Verfahren durch sukzessives Verschieben des Endoskopes, selten lassen sich die erkrankten Stellen in toto übersehen, genau die Gren¬ zen der Neubildung. Bei der endoskopischen Inspektion sieht man nach Burckliardt-Oberländer an Stelle der im weissen Strikturgewebe klaffenden Zentral¬ figur eine prominente, gewöhnlich auf einmal ins Gesichts¬ feld einschlüpfende Gewebsmasse, die sich durch ihre Farbe und unebene, höckerige Oberfläche von der übri¬ gen Urethralschleimhaut deutlich abhebt. Die Farbe des eigentlichen Tumors variiert von hochrot bis gelblich weiss; die Oberfläche ist unregelmässig gefurcht, zu¬ weilen himbeerähnlich granuliert, und weist dementspre¬ chend unegale, fleckige Lichtreflexe auf. Sind Ulceratio- nen vorhanden, so kennzeichnen sich diese ’ducrli ihre speckige, gelbe Farbe, sowie durch rauhes zerklüftetes Aussehen. Von aussen her wird, im vorgeschrittenen Fall die Form, Ausdehnung und Konsistenz durch die Palpation von der Vagina her, oder direkt durch Digitaluntersuchung, nach rascher Dilatation der Harnröhre, erkannt. Was die Dauer eines Karzinoms betrifft, so ist j es schwer, eine umgrenzte Krankheitsfrist anzunehmen. Nach Ehrendorfer dauert es von 2—3 Monaten bis zu 4—5 Iahren. Karaki fand in 3 Fällen Angaben über das Bestehen der Erkrankung: 1 mal bestand der Tumor 2 Jahre, ein anderes Mal wurde durch die Dauer von 22 Monaten eine Geschwulst in der Leistengegend beobachtet,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30618800_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


