Das primäre Karzinom der weiblichen Harnröhre ... / vorgelegt von Alexander Freiherr von Engelhardt.
- Engelhardt, Alexander (Alexander Conrad Moritz), Freiherr von, 1885-
- Date:
- 1912
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Credit: Das primäre Karzinom der weiblichen Harnröhre ... / vorgelegt von Alexander Freiherr von Engelhardt. Source: Wellcome Collection.
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![das dritte Mal bestanden seit einem Jahre Blutungen und geschwellte Drüsen. Unsere Statistik zeigt: 5 mal [13, 12, 14, 6, 18] durch 2—5 Monate bestehende Tumoren; in 2 Fällen [2, 10] bestand die Geschwulst ein Jahr; Blutungen wurden beobachtet im Fall [25] während 3 Wochen, im Fall [28] 6—8 Wochen. Ferner wurde ein Tumor [Fall 17] 6 Jahre lang beobachtet, ja in einer Beobachtung bestand 10 Jahre lang Ischurie [Fall 3]. Es ist also, abgesehen von den konstant durch kürzere oder längere Zeit anhaltende Mictionsbesehwerden, kaum möglich, eine bestimmte Dauer fler Erkrankung vorherzusagen. Die Prognosis ist, schon wegen der so häufig auf- tretenden Rezidive selbst nach der Totalexstirpation, in allen Fällen keine günstige, es wird aber von praktischem Werte sein, auch fernerhin von der zuerst von Melclii- prij43) gegebenen Unterscheidung dreier Entwicklungs- stadien unserer Affektion beizubehalten. V. Winkel un¬ terscheidet ebenfalls, nach Melchiorj’s Vorgang 3 klinisch und anatomisch trennbare Stadien. I. Die Neubildung hat ihren Sitz in der Urethra, geht jedoch nicht über diese hinaus. Der Tumor ist noch klein. II. .Sie reicht bis zur Beckenfascie, hat den Sphincter vesicae ergriffen, geht aber noch nicht über ihn hinaus. III. Sie hat den Sphinkter überschritten und ist auf die Blase übergegangen. Die Fälle der I. Art sind prognostisch die günstigsten, da bei Totalexstirpation unter Mitnahme der Schliessmus- kels, mehrfach Heilung mit erhaltener Kontinenz erzielt worden ist. Ist der Tumor erst einmal in das zweite Sta¬ dium übergegangen, so wird eine bleibende Inkontinentia urinae bis auf seltene Ausnahmen, mit allen ihren körper¬ lichen und psychischen Folgen für die Patientin unaus¬ bleiblich sein und die Indikation zum operativen Eingriff bedeutend reduzieren. — Es ist also die Prognose zum Min¬ desten dubia. Das dritte Stadium vollends hat eine Prog- nosis-pessima, da die Patientin in dieser Entwicklungsstufe](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30618800_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


