Beiträge zur pathologischen Anatomie der Papillome und papillomatösen Krebse von Harnblase und Uterus ... / vorgelegt von W. Kürsteiner.
- Kürsteiner, W.
- Date:
- 1892
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Credit: Beiträge zur pathologischen Anatomie der Papillome und papillomatösen Krebse von Harnblase und Uterus ... / vorgelegt von W. Kürsteiner. Source: Wellcome Collection.
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![das Gleiche findet sich übrigens an den Kernen der in der Blasenwand eingelagerten Epithelnester, so dass hier nicht etwa eine Degeneration des Kernkörperchens durch Einwirkung des Harns vorliegen kann. Die Spindel- - förmigen Epithelzellen sind 10-, ja 30mal länger als breit. Hie und da sieht man offenbar Querschnitte von dicht an einander gelegenen Spindel¬ zellen, das heisst Gruppen von kleineren, polyedrischen Feldern, die fast ganz von den anscheinend rundlichen Kernen eingenommen werden; hie i und da auch ein solches kleines, polyedrisches Feld ohne Kern, ein Bild, welches vollständig an den Querschnitt durch Bündel glatter Muskelfasern erinnert; nur dass die Dimensionen der Zellen und Kerne ein wenig grösser sind. Die Spindelzellen wiegen weitaus vor; viel spärlicher sind protoplasma¬ reiche Zellen von mehr compacter Gestalt, wie es scheint voluminöser als die Spindelzellen, polymorph, im Ganzen aber 4eckig und etwas in die Länge gestreckt, so dass man manche derselben als kurze, aufgebauchte Spindeln bezeichnen könnte; ihr Kern ist breiter als der der Spindelzellen, oval, hell, blasser, enthält weniger Chromatinkörner; Kernkörperchen habe ich in diesen nicht deutlich gesehen; das Protoplasma ist feinkörnig; dann und wann liegen diese Zellen auch in kleinen Gruppen, 6—8 dicht beisammen, meistens i sind sie aber ebenso von einander isolirt wie die Spindelzellen. Dann und wann sieht man in einer dieser Zellen unverkennbare Theilungsfiguren, we- I nigstens Doppelsterne an den beiden Enden einer länglichen Zelle gelegen, i durch feine farblose Linien mit einander verbunden; in der Mitte zwischen den Doppelsternen ist eine leichte Einziehung der ganzen Zelle, an welcher \ man deutlich erkennt, dass diese Linien dichter zusammen treten. Unter den polymorphen Zellen bemerkt man dann namentlich noch I einige Elemente, welche etwas grösser sind wie die anderen, bei schwacher ] Vergrösserung schon durch stärkere Eosinfarbe ausgezeichnet, sowie durch i einen besonders dunklen, eigenthümlich gestalteten, maulbeerförmigen Kern i und ein grobkörniges Protoplasma; ich komme auf sie weiter unten bei Be- | sprechung der Zelleinschlüsse zu reden. Vorzugsweise die polymorphen Zellen zeigen auch Modificationen, die ! alie höchst wahrscheinlich entweder auf vitale Nekrose oder auf postmortale 1 Maceration zu beziehen sind; in letzterer Weise können am besten aufge¬ fasst werden jene Zellen, in denen das Protoplasma nicht mehr scharf be- j grenzt ist, blass wird, mit körniger Grenze; es nimmt an Menge ab und i umgiebt schliesslich den Kern nur in Form eines undeutlichen und unregel¬ mässig angeordneten körnigen Saumes; dann sieht man auch freie Kerne, * deren Protoplasma also vollständig zerstört ist; die Kerne werden dabei j blasser, verarmen, wie es scheint, an Chromatin und auch die Intensität der j Färbung nimmt ab; hie und da finden sich auch Bilder, welche als farblose j Kerne gedeutet werden können. Ueber die Anordnung dieser Elemente lässt sich nur vermuthungsweise i äussern, dass die mehr polyedrischen Formen die oberflächlichsten Lagen ; eines geschichteten Epithels gebildet haben möchten; es ist dies zunächst i ein Schluss, welcher sich mit Wahrscheinlichkeit aus ihrer Form ergiebt und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30587475_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


