Galens Schrift "Ueber die säfteverdünnende Diät" / uebersetzt und mit Einleitung und Sachregister versehen von W. Frieboes und F.W. Kobert.
- Galen
- Date:
- 1903
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Credit: Galens Schrift "Ueber die säfteverdünnende Diät" / uebersetzt und mit Einleitung und Sachregister versehen von W. Frieboes und F.W. Kobert. Source: Wellcome Collection.
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![§ 47. auch die Lupinen, nur trocknen sie weniger aus. Die Kicher- erbsen bilden zwar eine aufblähende, schwer verdauliche und viel Koth erzeugende Speise, sind aber sehr förderlich zum Uriniren § 48. und besitzen auch eine gewisse abführende Wirkung. Die Erve ist mehr eine Speise für Rinder als für Menschen, hat aber eine zersetzende Wirkung, so dass man aus ihr ein Mittel bereitet, das in der reinigenden Wirkung auf die Brust keinem anderen nach- S 49- steht. Der Kuhhorn- und Bockshornklee — mit beiden Namen wird nämlich diese Pflanze benannt — wird zum Zwecke der Ab- führung zugleich mit Fischbrühe nicht unzweckmässig vor der Mahlzeit genommen, einige geniessen aber auch seinen Saft mit Honig als erwärmendes und abführendes Mittel; und er ist in der That zwar für beides gut, doch muss man sich hüten, ihn zuviel § 50. zu gebrauchen, denn er bereitet Kopfschmerz. Auch die übrigen so zum Abführen eingenommenen Mittel sollte man nur in ganz kleinen Mengen anwenden. Denn sie sind meistentheils blähend und schwer verdaulich, wie die Lupinen, Platterbsen und Phasolen. §51. Damascenerpfiaumen isst man, wenn man die säfteverdünnende Diät gebrauchen muss, besser vor der Mahlzeit mit Wasserhonig gekocht. Noch mehr als diese führen jedoch die iberischen Pflau- men ab. Ausserdem thun dies auch die Seeigel und die Brühen von sämmtlichen Muschelthieren sowie von alten Hühnern, ohne dass sie die geringste schädliche Wirkung auf den ausüben, der § 52. die verdünnende Diät befolgen will. Die Kaffernhirse, die gemeine Hirse und die italienische Hirse sowie alles andere Derartige er- zeugen keine guten Säfte, verursachen Blähungen ^) und sind schwer verdaulich, trocknen aber gehörig den Fluss des Magens und einiger- §53. maassen auch den ganzen Körper. Man bereitet auch aus den sogenannten Loboi, die ja auch in Gärten gezogen werden, einen Brei ähnlich dem aus Bohnen. Auch von diesem ist bemerkens- werth, dass er dicke Säfte und Schleim erzeugt; indessen blähen die Loboi weniger als die Saubohnen, und das Abführende, was in § 54. diesen vorhanden ist, findet sich in den Loboi nicht. Was soll ich noch über die anderen schädlichen Samen sagen, die man auch ohne meine Warnung schon allgemein meidet? Es genügt, zu- sammenfassend zu sagen, dass die Gerste vor allen zum Getreide ij Professor Kalbfleisch macht uns darauf aufmerksam, dass das überlieferte 8uaü)8ir) in qjuoojSv] zu berichtigen ist (die lateinische Uebersetzung hat richtig in- flativa).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b23982858_0038.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)