Chemische und histochemische Üntersuchungen über das Nervensystem unter normalen und pathologischen Bedingungen (Giacomo Pighini) : a) die akute Schwellung des Gehirns und die kolloidale Lehre vom Ödem. V. Mitteilung, Biochemische Studien über die Gehirnschwellung / von Pietro Barbieri und Domenico Carbone.
- Barbieri, Pietro
- Date:
- 1913]
Licence: Public Domain Mark
Credit: Chemische und histochemische Üntersuchungen über das Nervensystem unter normalen und pathologischen Bedingungen (Giacomo Pighini) : a) die akute Schwellung des Gehirns und die kolloidale Lehre vom Ödem. V. Mitteilung, Biochemische Studien über die Gehirnschwellung / von Pietro Barbieri und Domenico Carbone. Source: Wellcome Collection.
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![Daran zweifelt er a priori, weil im Gehirn emulsoiden Kolloiden gegenüber auch Lipoidstoffe vorhanden sind, die sich bezüglich ihrer Hemmungsfähigkeit umgekehrt wie die Emulsoide selbst insofern ver- halten, als sie ihre Hydrophilie bei saurer Reaktion vermindern [vgl. Arbeiten von Höber!), Porges und Neubauer‘), Przibram?)]. Der Autor nahm sich deshalb vor, zu untersuchen, ob die Nerven- substanz hinsichtlich der Bedingungen ihrer Quellungsfähigkeit sich auf dieselbe Weise verhält wie die von Fischer untersuchten Kolloide, und demzufolge, ob Fischers Lehre in jeder Hinsicht auf das Nervensystem angewendet werden könne. Er experimentierte, indem er Stückchen von Nervensubstanz (fast ausschließlich Stücke von Kaninchen- und Katzenmark) in Lösungen von verschiedenem Aciditätsgrad eintauchte und sie nach einer gleichen Zeit wie andere in Wasser aufbewahrte Stückchen wog. In alkalischen Lösungen war es nicht möglich die Untersuchungen anzustellen, weil in ihnen eine Auflösung der Nervensubstanz eintritt. In den Salzen war stets ein Hindernis für die Quellung vorhanden. Er fand, daß das Gewebe in Wasser mehr quoll als in Säure- lösungen, und daß nur in sehr verdünnten Säurelösungen bisweilen eine Andeutung von Quellung vorhanden war, während bei etwas stärkeren Konzentrationen sofort eine entgegengesetzte Wirkung eintrat. Dem- zufolge wirken die Säuren entquellend auf Nervengewebe ein, indem sie die Quellungsfähigkeit des Nervengewebes hemmen; sie zeigen ein ähnliches Verhalten, wie es schon vorher für die Lipoide von Porges und Neubauer nachgewiesen worden war. Deshalb gelangt der Autor zu der Schlußfolgerung, daß der Kolloidkomplex, den wir im Nerven- gewebe finden, sich auf eine wesentlich verschiedene Weise verhält von den Kolloiden, an denen Fischer experimentierte und auf deren Ver- halten er seine Lehre vom Ödem gegründet hat. Deshalb kann die Anwendung dieser Lehre auf das Zentralnerven- system nicht stattfinden, wie man auch ihre Gültigkeit für Organe mit starkem Gehalt an Lipoiden nicht zugeben kannt). %) R. Höber, Arch. f. d. ges. Physiol. 106, 399; 133, 1910. 2) D. Porges und E. Neubauer, diese Zeitschr. 7, 182, 1907. 3) E. Przibram, Kolloidchem. Beihefte. 2, Heft 1 u. 2, 1910. *) In einer Arbeit aus jüngster Zeit (Zeitschr. f. Chemie d. Kolloide, Juni 1912) machen M. H. Fischer und O. Hooker, indem sie auf den Einwand Bauers antworten, darauf aufmerksam, daß das Eintauchen in Wasser gleichbedeutend sei mit dem Eintauchen in sehr schwache Säurelösungen, da die Produkte der Autolyse des Gehirns selbst sich bei saurer Reaktion im Wasser verbreiten. Was sodann den entgegen- esetzten Einfluß der Flüssigkeiten betrifft, so kann er nicht in Zweifel gezogen werden; offenbar werden aber die Hemmungswirkungen der algebraischen Summe der positiven Affinitäten der Kolloide und der negativen Affinität der Lipoide entsprechen. Wie man sieht, ist dies eine Erwiderung, die nicht viel sagen will. 20*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b33443828_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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