Der einfache und diphtheritische Croup und seine erfolgreiche Behandlung mit Wasser und durch die Tracheotomie / dargestellt nach eigenen zahlreichen Erfahrungen von G. Pingler.
- Pingler Georg.
- Date:
- 1879
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Credit: Der einfache und diphtheritische Croup und seine erfolgreiche Behandlung mit Wasser und durch die Tracheotomie / dargestellt nach eigenen zahlreichen Erfahrungen von G. Pingler. Source: Wellcome Collection.
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![herrührenden Geräusche die Erhebung der auscultatorischen unmöglich* machen können, habe ich nie beobachtet. Beim aufsteigenden Croup! bleiben die Ergebnisse der Untersuchung, so lange keine Stenose im La- j rynx und der Trachea hinzugekommen ist, in der gleichen Bedeutung ] wie bei der einlachen Bronchopneumonie. § 8. Wie verhütet man Croup und Diphtheritis? Es ist schwer, einen Feind zu bekämpfen, dessen Existenz und Eigen- thümlichkeit sich unsern Sinnen nur in Zerstörungswerken erschließt. Wie es im Instinkte des Menschen liegt, sich gegen feindliche Angriffe jeder Art zu schützen, so fordern Wissenschaft und Kunst den ärztlichen Stand beständig auf, Mittel und Wege zu ersinnen zur Verhütung von Erkrankungen überhaupt, zumeist zur Verscheuchung solcher Krankheits- gruppen, die massenhaft die Bevölkerung zu ergreifen und zu deeimiren vermögen. Hier ist eine große Lücke, was die Kunst betrifft, eine noch größere, was die Praxis anlangt, zu constatiren und wer immer die alte nassauische Medicinalverfassung praktisch kennen gelernt hat, muß ge- stehen, daß in ihr das Princip der wichtigsten und erhabensten Aufgabe des ärztlichen Standes, das der Verhütung von Krankheiten und Seuchen, an die Spitze gestellt und seine praktische Verwerthung von der Ober- behörde mit scharfem Auge überwacht wurde. Von meinem Standpunkt aus lasse ich einige Regeln, die sich mir bewährt haben, hier folgen. Gegen den genuinen, nicht aus specitischer Ursache hervorgegangenen Croup kann nur in der Weise etwas propkylactisch Wirksames geschehen, daß man den kindlichen Organismus gegen allgemeine Schädlichkeiten widerstandskräftiger macht: Abhärtung ist hier die Losung! Frisches Wasser (neben dem Genuß frischer Luft) das Hauptmittel. Die hier zu gebenden Regeln müssen sich beziehen auf Nahrung, Kleidung, Ange- wöhnung an die große Natur, Gymnastik aller schlummernden Organe und Kräfte. 1) Man verabreiche dem neugeborenen Kinde seine Nahrung in mäßiger Quantität und nicht zu heiß, damit der Kehlkopf nicht gereizt, die Hautausdünstung nicht zwecklos vermehrt werde, daher 2) kein zu warmes Bekleiden und keine Federkopfkissen, indem die davon erhobenen Kinder gewöhnlich am Kopf und Nacken schwitzend vorgefunden werden: besser sind Kopfunterlagen, die mit zarter Hafer- spreu gefüllt sind. 3) Morgens und Abends gibt man ein Bad von 2—3 Minuten, anfangs von 26°, nach einem Jahr von 20°, später von 16° R., das](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21710569_0198.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)