Der einfache und diphtheritische Croup und seine erfolgreiche Behandlung mit Wasser und durch die Tracheotomie / dargestellt nach eigenen zahlreichen Erfahrungen von G. Pingler.
- Pingler Georg.
- Date:
- 1879
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Credit: Der einfache und diphtheritische Croup und seine erfolgreiche Behandlung mit Wasser und durch die Tracheotomie / dargestellt nach eigenen zahlreichen Erfahrungen von G. Pingler. Source: Wellcome Collection.
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![sind, desto schlimmer stellt sich die Prognose, aber selbst festere und] massenhafte Membranen benehmen nicht absolut die Hoffnung auf Genesung. XXXIII. Auch bei Kindern unter 2 Jahren ist die Operation zulässig. XXXIV. Mögen die auscultatorischen Ergebnisse und die der Percussion noch so ungünstig vorliegen, so dürfen sie von der Vornahme der Operation nicht abhalten. XXXV. Der Erfolg der Operation ist wesentlich abhangig von der Sorgfalt und Accuratesse, mit welcher die Nachbehandlung geleitet wird. Es kann daher keinem Arzte zugemuthet werden, die sonst indicirte Operation in dem Falle vorzunehmen, wenn er sich absolut außer Stand sieht, dem Operirten einen Wärter an die Seite zu geben, bei dem er Muth, Ge- schicklichkeit und Sorgfalt in erforderlichem Grade vorauszusetzen sich nicht berechtigt fühlt. § 10. Erfahrungen und Urtheile anderer Aerzte über die hydriatrische Behandlung des Croup. Bei Herausgabe der 1. Auflage dieser Schrift stand ich mit meinen therapeutischen Ansichten völlig isolirt; selbst Wasserärzte, auch wenn sie in ihren Schriften den Croup als zur Domäne der Hydriatrie gehörig bezeichneten (z. B. Putsar, G. A. W. Richter), sprachen sich hierüber sehr kleinlaut aus, und man kann ihren Aeußerungen nicht entnehmen, wie viele Croupkranke sie behandelten, in welchem Stadium sie jene über- nahmen und mit welchem Erfolge. In den letzten Decennien sind bereits so viele Heilungen nach dem von mir empfohlenen Verfahren vorgekommen, daß dasselbe als bewährt dasteht, so daß auch die Aerzte, welche von dem höchsten Grade der Skepsis gegen alles Neue auf dem Gebiete der Therapie inficirt sind — angesichts der den sogenannten legalen bereits zum Opfer gefallenen vielen Hekatomben — die Aufforderung fühlen dürften, der hydriatrischen Me- thode ein ernstes Studium zu widmen. Vor 10 Jahren waren die meisten Aerzte noch von unheimliclrer Furcht vor tiefgreifenden hydriatrischen Proceduren befangen, noch so linkisch in Ausführung derselben, daß eine rasche Verbreitung jener Methode unmöglich war. Dieses Verhältniß hat sich seitdem, nach dem Vorgehen aller deutschen Hochschulen beim Typhus und andern Krankheitsformen glücklicherweise sehr wesentlich geändert. Natürlich betraten die Aerzte](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21710569_0206.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)