Die Krankheiten der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfes mit Einschluss der Untersuchungs- und Behandlungsmethoden für praktische Aerzte und Studirende / von Albert Rosenberg.
- Rosenberg, Albert, 1856-1912.
- Date:
- 1893
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Credit: Die Krankheiten der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfes mit Einschluss der Untersuchungs- und Behandlungsmethoden für praktische Aerzte und Studirende / von Albert Rosenberg. Source: Wellcome Collection.
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![„Die hyperplastische Thymus drückt wie eine dicke, nach innen gewölbte Kappe die oberen Partieen des Herzens und liegt grade dem Ursprung der grossen Gefässe, der Pulmonalis und der Aorta auf, Sie überlagert und belastet ferner den rechten Yor- hof und die zwei oberen Drittel des rechten Ventrikels. Das Herz steht also unter einem positiven Druck, der durch eine acute Schwellung der Drüse und der dadurch erfolgenden ßaumbg- engung der oberen Thoraxapertur vergrössert werden kann. — Und der Tod erfolgt bei dem Laryngospasmus nicht durch Er- stickung, sondern durch einen plötzlichen Stillstand des Herzens. Pott fand auch bei einigen Sectionen neben käsig entarteten Drüsenpaketen, die die Trachea und die beiden grossen Bronchial- äste umlagerten, eine beträchtliche, auf Hyperplasie beruhende Yergrösserung der Thymusdrüse, die wol auch mit dem Herzbeutel verwachsen war. Symptome. Symptome: Plötzlich, ohne scheinbare äussere Veranlassung, selbst im Schlaf oder beim Erwachen, häufiger bei Gemütserregungen, Schreien. Trinken, tritt nach einer oder nach mehreren jiemenden oder pfeifenden Inspirationen in Folge krampfhaften Glottisschlusses ein Athmungstillstand ein, der in leichten Fällen einige Secunden dauert, um dann unter pfeifenden Inspirationen zu enden und der Beschreibung normalen Einathmung Platz zu machen. Bei heftigeren Anfällen des AnfaHs. ^^^^^^ (-]jg Pespiratiou länger, bis zu 2 Minuten; das Kind blickt sich angstvoll und hilfesuchend um, wirft sich hintenüber, verdreht die Augen nach oben; die Pupillen erweitern sich, das Gesicht wird bleich, um Nasenflügel und Mund bläulich gefärbt, die Arme und Beine gestreckt, Hände mit eingeschlagenem Daumen zur Faust geballt, die Stirne mit Schweiss bedeckt. Nach dieser angstvollen Scene, wenn nicht Erstickungstod eintritt, deuten kurze, mühsame, allmählich lauter pfeifende Athemzüge die Wiederkehr der Respira- tion an, die, anfänglich noch beschleunigt, allmählich in den regel- mässigen Athemtypus übergeht. Tötiicher Bei Ungünstigem Verlauf sieht man die Wirbelsäule im Bogen Ausgang, g^ark nach hinten gekrümmt; einige blitzartige Zuckungen der Gesichtsmuskeln. einioe vergebliche, schnappende Inspirations- bewegungen erfolgen, aber kein Laut, kein inspiratorisches Geräusch wird hörbar. Plötzlich lässt der Krampf nach, das Gesicht wird aschgrau, die Cyanose schwindet, und nach 1—2 Minuten ist das Kind eine Leiche. Intensität der Die Intensität der Anfälle ist bei verschiedenen Kindern ver- Anfaue. schiedeu. kann aber auch bei demselben Kinde sehr variiren; so kann plötzlich ein sehr heftiger, ja tötiicher Anfall eintreten, wie- wohl bisher der Respirationsstillstand immer ein schnell vorüber- gehender war. Wie schon gesagt, kann die convulsivische Affection sich weiter ausdehnen; auf die Brustmuskeln, Augenmuskeln. Flexoren der Finger und Zehen, des Vorderarmes. Ferner können sich hinzugesellen trismusartige Contractionen der Masseteren und Temporalmuskeln, so dass das Bild zu dem eines e klamptischen Anfalls vervollständigt werden kann, um so mehr, als in schweren Fällen tatsächlich das Bewusstsein geschwunden ist. Pott hält gradezu den Glottiskrampf für eine Teil- resp. rudimentäre Form](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21208906_0286.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)