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Credit: Studien über Malaria / von Prof. Dr. G. Baccelli. Source: Wellcome Collection.
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![Jedenfalls müssen wir festhalten, dass das Fieber im All- gemeinen seine genügende Erklärung in der vasomotorischen Lähmung findet, und dass das besonders von dem Malariafieber gilt und zwar w'ogen einzelner Erscheinungen, welche das Krankheitsbild zusainmensetzen. Die dyscrasischc Congestion und die Temperatursteigerung erzeugen keine tiefen Vei'ände- rungen im Ernährungszustand; die Steigerung des Stoffwechsels und die erhöhte Oxydation der Gewebe können wohl die Menge der ßeduktionsstoffe im Urin vermehren; dieser Umstand weist aber nicht auf eine tiefgehende Störung hin, welche mit dem qualitativ und quantitativ unveränderten trophischen Zustand der Gewebe nicht zu vereinbaren wäre. Untersuchen wir nun, welche Schädhehkeiten die Malaria in ihrer akuten oder langsam verlaufenden Form im Organismus erzeugt, sehen wir, welche Elemente des menschlichen Körpers am meisten von dieser Affektion betroffen werden! Man hat die Frage aufgeworfen, ob die Nerven oder ob das Blut hauptsächlich und ausschliesslich afficirt sei; man hat auch den ungangbaren Weg der Erklärung des Fiebertypus beschritten, und man hat so eine unverstandene Thatsache durch eine andere unerklärte Erscheinung andeutet. Eine lange und eingehende Untersuchung der ganzen Reihe von Erscheinungen, welche die Malaria im menschlichen Körper erzeugen kann, hat uns zu der Ansicht gebracht, dass es hauptsächlich die Ganglien und die rothen Blutkörperchen sind, welche von der Malaria am meisten afficirt werden. Eine um- sichtige und eingehende klinische Beobachtung ist mehr werth, als ein experimenteller physiologischer Beweis. Wenn aber beide Quellen der Erkenntniss zu demselben Resultate führen, so ist diese Uebereinstimmung die sicherste Bürgschaft für ein richtiges Urtheil. Sie haben von mir, meine Herren, häufig wiederholen hören, dass eine F. perniciosa dem Bilde einer Entzündung ]iicht entspricht; ich habe Binen durch Thatsachen bewiesen, dass es sich um nichts mehr und nicht wenigei' als um einen congestiven dyscrasischen Prozess handelt. Diese Anschauung konnte häufig durch den pathologisch - anatomischen Befund verificirt werden. Erinnern Sie sich, wie häufig ich in den ver- gangenen zwei Jahren, wo ich Ihre pathologisch anatomischen Studien leitete, in der Lage war. Ihnen dieses an der Leiche beweisen zu können.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21978141_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


