Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / bearbeitet von C. Neubauer, J. Vogel.
- Neubauer, Carl, 1830-1879.
- Date:
- 1872
Licence: Public Domain Mark
Credit: Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / bearbeitet von C. Neubauer, J. Vogel. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![säure nicht allein procentisch, sondern auch absolut, namentlich im Ver- hältniss zum Harnstoff, dauernd vermehrt. Im Mittel von 30 Bestim- mungen ergab sich ein Verhältniss von Harnsäure zum Harnstoff wie 1 : 16,3, also eine Vermehrung um mehr als das 3fache. Bringen wir Harnsäure in den Thierkörper, so wird sie im normalen Zustande in Kohlensäure und Harnstoff zerlegt, liefert aber auch Oxal- säure, sobald der Oxydationsprocess auf irgend eine Weise eine Retar- dation erlitten hat. B. Darstellimg. — 1. Aus menscliliche m Harn. Frischen filtrirten Morgenharn versetzt man mit Salzsäure (20 CC. auf 1 Liter Harn) und lässt 48 Stunden stehen. Man wird die Harnsäure in mehr oder weniger gefärbten Krystallen ausgeschieden finden, die sich nament- lich zum microscopischen Studium eignen. 2. Aus Schlangenexcrementen. Der Koth der Schlangen wird mit einer Lösung von 1 Th. Aetzkali in 20 Th. Wasser so lange gekocht bis der ammoniakalische Geruch verschwunden ist. In die filtrirte Lösung leitet man darauf Kohlensäure bis sie kaum noch alkalisch reagirt, sammelt das dadurch ausgeschiedene saure harnsaure Kali und wäscht es mit Wasser aus. Nach dem Auswaschen löst man das Kalisalz in Kali- lauge und filtrirt die Lösung in verdünnte Salzsäure, sorgt aber, dass letztere immer im Ueberschuss vorhanden ist; der Niederschlag ist reine Harnsäure, die nach dem Auswaschen und Trocknen ein zartes leichtes Pulver darstellt. C. Microsco])isches Verhalten. Unter dem Microscop zeigt sich uns die Harnsäure in vielen verschiedenen Formen, meistens jedoch als glatte Tafeln von rhombischem Habitus. Diese sind zuweilen gefärbt, immer von ausserordentlicher Durchsichtigkeit und verschiedener, oft nicht geringer Grösse. Die Tafeln sind nicht selten modificirt, so entstehen durch Abrundung der stumpfen Winkel spindelfömige Gestalten, denen fassförmige kurze Cylinder beigemischt sind. Häufig zeigen sich jedoch auch sechsseitige Platten, rechtwinkelige Tafeln oder gerade rechtwinkelige vierseitige Prismen mit gerader Endfläche; diese liegen oft eigenthümlich, rosettenartig in Drusen zusammen. Ausser diesen kommen noch andere Abänderungen, so wie sägeförmige, fächerförmige und gezähnte Kry- stalle etc. vor. Taf. I, Fig. 2 und 3, Tal. II, Fig. 4, Taf. III, Fig. 1. Durch Versetzen eines normalen Harns mit verschiedenen Mengen Salzsäure ist es mir ge- lungen , sehr mannigfaltige Formen der Harnsäure zu bekommen, deren Character man sich durch Vergleichung mit den Funke'schen Abbildungen leicht merkt. Lässt jedoch irgend eine aufgefundene Form im Zweifel, so gelingt es sehr leicht, dieselbe in die gewöhnliche überzu- führen : man löst die Krystalle auf dem Objectgläschen in einer geringen Menge Kalilauge auf, setzt einen Tropfen Salzsäure zu und wird nun bald die gewöhnlichen tafel- und spindelförmigen Formen entstehen sehen. D. Chemisches Verhalten. Die reine, aus Schlangenexcrementen dargestellte Harnsäure bildet weisse, äusserst leichte, zart sich anfühlende](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21069086_0048.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)