Die örtliche Betäubung : ihre wissenschaftlichen Grundlagen und praktische Anwendung, ein Hand- und Lehrbuch / von Prof. Dr. Heinrich Braun.
- Heinrich Braun
- Date:
- 1925
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Credit: Die örtliche Betäubung : ihre wissenschaftlichen Grundlagen und praktische Anwendung, ein Hand- und Lehrbuch / von Prof. Dr. Heinrich Braun. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![punkt -j-48° [Simonin, Delcominete, Claude Bernard]), Petrol¬ äther (Siedepunkt —[-38° [Bigelow, Warren]), Chloroform (Siede¬ punkt -[— 61 °), Äthylenchlorid (Liquor hollandicus, Siedepunkt -(-85°), Amylen (Siedepunkt -j— 35°), Robbins anaesthetic Ether (ein Gemenge von Methylalkohol und Chloroform). Die örtlich betäubenden Fähig¬ keiten aller dieser Präparate stehen im umgekehrten Verhältnis zur Höhe ihres Siedepunktes (Rosenthal, Bumm), sie gewinnen sie also lediglich durch die Stärke der Wärmeentziehung, welche sie bei der Verdunstung entwickeln. Ihre chemisch-narkotische Wirkung auf die sensibeln Nerven am Ort der Anwendung hat nicht die Bedeutung, welche ihr von den älteren Autoren zugesprochen worden ist. Einen gelegentlich zu verwertenden Vorteil vor dem Äther besitzt unter ihnen nur das Bromäthyl, insofern es nicht brennbar ist. Die experimentellen Arbeiten von Grützner, Gendre, Heinz¬ mann und Fratscher geben Aufschluß über das physiologische Ver¬ halten der tierischen Nervensubstanz bei Abkühlung. Mäßig abgekühlte Nerven behalten längere Zeit ihre Erregungsfähigkeit. Abkühlung auf -}-50C setzt die Erregbarkeit aller Nervenfasern herab, Abkühlung bis zur Eisbildung unterbricht die Nervenfunktion, doch bewahrt der Nerv, wieder aufgetaut, seine Reizbarkeit. Plötzliche starke Abkühlung wirkt als Reiz, bei langsamer Abkühlung selbst auf —4° bis —6° bleibt dieser Reiz aus. Unzweifelhaft ist es die Abkühlung selbst und allein, welche diese Beeinträchtigung der im Nerven sich abspielenden mole¬ kularen Umsetzungen bedingt; letztere bedürfen eben einer annähernd normalen Temperatur, um normal verlaufen zu können. Unter dem andauernden Einfluß niederer Temperaturen auf die menschliche Haut entsteht zunächst eine Kontraktion der glatten Muskulatur der Haut und ihrer Gefäße, später eine Lähmung derselben. Die Haut sieht deshalb anfangs blaß, nachher bläulich aus. Alsdann stockt der Kreis¬ lauf in den Hautgefäßen völlig, und teils dadurch, teils infolge der unmittelbaren Einwirkung der Kälte werden sämtliche Funktionen des lebenden Protoplasmas mehr oder weniger schnell gestört und unter¬ brochen, die Gewebe werden gefühllos und verfallen bei andauernder Abkühlung der Gangrän, oder es bleiben schwere Kreislaufstörungen in ihnen zurück. Diese Vorgänge werden auch bei Temperaturen über 0° beobachtet, bedürfen aber dann längerer Zeit zu ihrer Entwicklung. Die verschiedenen Sinnesqualitäten der Haut verhalten sich der Ein¬ wirkung der Kälte gegenüber nicht gleichartig. Nach Boeri und Sil- vestro bleibt der Drucksinn unter dem Einfluß niederer Temperaturen ziemlich lange erhalten, der Tastsinn wird weniger, der Temperatur-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29817663_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)