Aetiologie und Statistik des Rückfallstyphus und des Flecktyphus in Breslau in den Jahren 1868 und 1869 : mit einer Einleitung ueber den Einfluss des Bodens und des Trinkwassers in Breslau auf endemische und epidemische Krankheiten / von Hermann Lebert.
- Hermann Lebert
- Date:
- 1870
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Credit: Aetiologie und Statistik des Rückfallstyphus und des Flecktyphus in Breslau in den Jahren 1868 und 1869 : mit einer Einleitung ueber den Einfluss des Bodens und des Trinkwassers in Breslau auf endemische und epidemische Krankheiten / von Hermann Lebert. Source: Wellcome Collection.
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![gestellt worden ist, wird sich aus unseren späteren genauen Angaben bestiimnt berausstellen. Die neue Welt- und Weissgerbergasse haben sieb auch in den letzten Jahren als Seuebebeerde gezeigt. Sie sind zum Tbeil über- füllt, ärmlich bewohnt, aber merkwürdigerweise waren die Ohlauufer dieser Stadtgegenden bei früheren Epidemien weniger betbeiligt als jetzt und doch war der üble Geruch im Sommer dort sehr auffallend. Gegenwärtig ist die Oblau zugeschüttet und kanalisirt. In diesen Kanal sollen nun die Abflüsse aus den Häusern gelangen; es scheint aber, dass dies bis jetzt nicht immer vollständig der Fall ist. Wir citiren in dieser Beziehung die folgende Stelle des die Breslauer Verhältnisse so gründlich kennenden Graetzer'): „In das jetzt ein- geengte Flussbett kommen nicht nur, wie gewöhnlich, alle nur denk- baren Auswurfsstotfe, sondern dieselben waren zur Zeit der Cholera- Epidemie mit iufectiosen Stoffen geschwängert. Dieselben stagnirten nun in dem wasserarmen Flussbett, und nicht nur die Auswurfsstoffe der betreffenden Strassen, sondern Alles, was bereits durch den übri- gen Tlieil des eingeengten Ohlaubettes fortgeschwemmt war, fasste hier am Ausgange desselben Posto, und fand daselbst so recht Ge- legenheit, gerade den Boden dieser Gegend zu durchtränkeu und mit Cholerakeimen zu sättigen.“ Ausserdem ist es ja auch sehr möglich, dass aus einzelnen Häusern nicht hinreichender Abfluss in den Flusskanal stattfiudet und dass auf diese Art faulende Stoffe und Organismen in den nächsten durchfeuchteten Boden kommen, und bei der in so vielen Häusern Bres- lau’s mangelhaften oder schadhaftgewordenen Brunneneinfassung ihren Weg zu dem Trinkwasser finden. Auch sind nach der Zuschüttung einzelne Häuser am alten Ohlauufer feucht geworden. Ebenso haben sich bald im Anfänge einmal nach einem starken Gewitterplatzregeu viele Keller rasch mit Wasser gefüllt; es muss also eine Möglich- keit des lüickströinens oder des unvollkommenen Abströmens da sein. Die ursprüngliche Brunnenanlage ist sonst in diesen Strassen keine schlechte, da mit Ausnahme des Brunnens der neuen Welt- gasse No. 5, nach einer Mittheilung des Herrn Brunnenmeisters Heiber, kein Brunnen nahe an dem Flusse angelegt war; auch dieser von No. 5 war ursprünglich auf vortrefflichem Kieslager an- gelegt und lieferte Anfangs gutes Wasser, welches später durch Mischung mit Abfall von Gewerbebetrieb (Darmsaitenfabrikation) weniger gut wurde. ') lieber die öfTentlicIie Annen])flcge und die Cliolcni Ib'csbiii’s i. .7 I SfiT, ])iig, .35 2*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22344202_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


