Das perforirende Geschwür im Duodenum : eine Monographie / von Julius Krauss.
- Krauss, Julius.
- Date:
- 1865
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Credit: Das perforirende Geschwür im Duodenum : eine Monographie / von Julius Krauss. Source: Wellcome Collection.
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![katarrhalischer Icterus ohne weitere Corriplicationen eine Zeit lang- be- stand. 49. Herr F., kräftig gebaut, 46 Jabre alt, in den letzten 15 Jahren nie er- heblich krank, hatte sich nie Excesse zu Schulden kommen lassen. Nun bekam er einen in bestimmten Intervallen wiederkehrenden Schmerz in der Magengegend, der zuweilen sehr heftig wurde. Die Intervalle waren selbst bei Diälfehlern ganz frei von Beschwerden. Im Februar 1846 bekam der Kranke ohne bekannte Veranlas- sung Icterus, der ihn jedoch nicht beeinträchtigte; ]4 Tage darauf stell- ten sich plötzlich während der Nacht wiederholtes Blutbrechen und blutige Stühle ein. Der Icterus nahm nun ab, der Stuhl wurde wieder mehr von Galle gefärbt, der Urin heller, der Appetit besser und nach 8 Tagen konnte F. wieder das Bett verlassen. An diesem Tage stellte sich Nachmittags eine unerklärliche Unruhe bei ihm ein, bis er gegen Abend in einen ruhigen Schlaf verfiel. Nach einigen Stun- den aber erwachte er mit einem heftigen Schrei, nnerträglichcn Schmerzen in Ma- gen- und Nabelgegend, welche erst nachliessen als Collapsus eintrat. Der Tod er- folgte bei vollem Bewusstsein am nächsten Vormittag. Bei der Section fand sich das Peritoneum besonders in der Gegend des Nabels mit schwärzlichen Massen bedeckt. Unterhalb der Leber in der rechten Seite des Duodenum war eine .durch lockere frisch gebildete Adhäsionen abgesperrte, mit Flüssigkeit gefüllte Höhle. Das obere Querstück des Duodenum zeigte c. 1 Zoll vom pylorus entfernt an seiner äussern Oberfläche eine feine schwärzliche Oeffnung, durch welche man eine Sonde in die Darmhöhle einführen konnte. Im Innern des Darms war an der entspre- chenden Stelle die Schleimhaut im Umfange eines Sechsers durch ein Geschwür zer- stört, welches sich trichterförmig durch die übrigen Häute fortsetzte, und mit jener kleinen Oeffnung in der serosa endete. Die Duodcnalschleimhaut war im Uebrigen nicht wesentlich verändert. In einem andern Falle (32) entstand der katarrhalische Icterus durch Fortpflanzung einer Entzündung der Gallenblase, welche vom Ge- schwüre perforirt worden war. — Ueber den Icterus durch Verschluss des Gallenausführungsgangs siehe weiter unten. Wie beim perforirenden Magengeschwüre sind auch beim perfo- rirenden Duodenalgeschwür Blutungen ein sehr häufiges Symptom, und sind dieselben in fast einem Drittel aller Fälle von Duodenalgeschwüren angegeben (unter 70 20mal). Indessen ist es mir sehr wahrscheinlich, dass viele Blutungen unbemerkt bleiben, indem wenn sie nicht massen- haft sind , das Blut nicht -iu den Magen gelangt und nicht erbrochen, sondern nur mit dem Stuhle entleert wird, und so häufig der Beobach- tung entgeht. Die Blutungen, welche zur Beobachtung kamen , waren meist profus und nur selten finden wir erwähnt, dass im Erbrochenen Blutstreifen oder geringe Blutmengen gewesen seien. Die Blutungen entstehen immer durch den acuten Zerslürungsprozess. Kann sich nun, so lange der Schorf noch an der Stelle liegt, das Gcfäss, das zerstört ist, dauernd schliessen, so erfolgt keine Blutung, löst aber, ehe diess](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21536260_0063.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)