Volume 2
Grundriss der inneren Klinik : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / von Hermann Eberhard Richter.
- Hermann Eberhard Friedrich Richter
- Date:
- 1860
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Credit: Grundriss der inneren Klinik : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / von Hermann Eberhard Richter. Source: Wellcome Collection.
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![g# 7ß3_ ULÜTHUSTEN. ^1v des Oberkörpers und der Arme), alle Erhitzungen und Getnüthsaüf-Ehmens reungen. Man beruhige sein Gemüth durch Zuspräche, um so mehr, im Anfall, fe mehr der Schreck über den Zufall und die Furcht vor den bösen Foloen den Kranken erschüttert zu haben scheint. Bei lebhafter Herz-'u,srm^e action lege man ihm kalte Umschläge oder Eisblasen und Kuhlflaschen auf die Herzgegend und beziehentlich auf die kranke Lungenstclle; hier passt Infus, oder Essent. Digitalis in grösseren Gaben. Mittel zur etwa nötäig werdenden schnellen Stillung des BluÜlusses sind: kaltesDimsüiiung, Wasser oder Eiswasser, alle halbe Stunden oder öfters weingläserweise getrunken; Eispillen; ein Tbee- oder Esslöffel voll feingepulverten Kü- chensalzes trocken genommen, oder eine concentrirte Auflösung des Kochsalzes esslöflelweise; Essigwasser, Limonaden (mit Essig-, Citron- oder Wein-Säure, weniger gern mit Mineralsäuren, weil diese leicht zum Husten reizen); Salpeter und andere kühlende Salze (am liebsten in Schleim oder Emulsionen, damit sie nicht den Husten reizen), oder das officinelle Kühlpulver. Auch giebt man vorkommenden Falles als Styp- tika: die Ipecacuanha, das Mutterkorn (z.B. als Tinetnr oder Ergotin), das Terpenthinöl (täglich 4mal 12 Tropfen in Zuckerwasser), Alaun mit Zucker und Opium; Bleizucker mit Opium, Tannin, Gallussäure, Kino, Katechu, Batanhia, China, Eisenchlorid. Näcbstdem starke Ableitungs- mitte] aller Art: namentlich geschärfte Hand- und Fuss-Bäder und Sinapismen an die Füsse, Ligaturen um Arme und Beine, Klystiere mit Essig, Zucker, Seife, kalte Umschläge auf die Geschlechtslheile (Oppol- zer), manchmal selbst kühlend eröffnende Laxanzen (Sennalatwerge). —■ Die Blutentziehungen (ehedem so sehr gebräuchlich) sind jetzt mit Beeilt in Verruf, da sie bei der grossen Mehrzahl der Blulhuster (den tuberculösen und den herzkranken) nothwendig die Blutverderbniss und damit die Neigung zu Bluthusten oder zu noch übleren Herzkrankbeilen vermehren müssen. Doch passen manchmal bei Hämorrhoi'dariern Blut- egel an den After, bei Menstruationsunterdrückung Schröpfköpfe an die Schenkel u. s. w., bei starker Congestion die Junod'scbe Schröpfpumpe an die Gliedmaassen. Lungen-Blutflüsse mit skorbutischer Bhitmischung erfor- dern den freieren Gebrauch (innerlich und äusserlich) der Pflanzen- und Miueralsäuren, des Alauns, des Kamphers oder Terpenthinüles, der Flores arnicae, der China und des Chinins, der gerbsäuren Mittel. Daneben stärkende Diät, gute Luft, kalte Waschungen und Begiessun- gen u. dgl. m. Bei den blutarmen tuberculösen BIntimstem muss man so- gleich mit gulnährenden Stoffen beginnen: mit guter Milch, Eiern, Fleischbrühto (nicht zu warm), Braten, Beefsteak u. dgl., sofern nicht Fieber oder Zungenbeleg dagegen sprechen. Wichtig ist (besonders in letztgenannten Fällen) den Husten in hSSSSSw Schranken zu hallen, damit er nicht das blutende Gefäss wieder aufsprenge. Hierzu dient (ausser den gewöhnlichen schleimigen Brust- mitteln) namentlich das Morphium, zu '/s bis y4 Gran gegeben und bei wiedererwachendem Hustenkilzcl wiederholt: oder andere Narkotika](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2041500x_002_0225.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)