Volume 2
Grundriss der inneren Klinik : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / von Hermann Eberhard Richter.
- Hermann Eberhard Friedrich Richter
- Date:
- 1860
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Credit: Grundriss der inneren Klinik : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / von Hermann Eberhard Richter. Source: Wellcome Collection.
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![§> £32—834. RACHEiNKRAMÜlElTEN. in ursächlicher Verbindung, oft aber auch mit Erkältungen, nÄM» der Füsse: zuweilen mit Dyskrasien, namentlich der f^^\eXZn- mercuriellen, scrolülösen. Mehr örtlich krankmachend auf die genann-kianki,Cilen. ten Organe wirken der häufige Genuss scharfer, gewürzter, ranziger Kost des Branntweins, des Cigarrenrauchens, ferner das Steckenbleiben von Fisehgrälhen, Knochensplittern u. dgl., sehr lautes Schreien und anhaltendes Sprechen oder Singen (besonders das fachmässig betriebene) und die Gewohnheit mit olfenem Munde zu schlafen oder zu laufen. Der Verlauf der Rachenkrankheiten ist verschieden; ihre Pro- verlauf, gnose nicht immer leicht, da sie Iheils durch Verschwellung, durch Hinzutreten von Stimmritzödem, Kehlkopfentzündung, Croup, Brand u. s. w. tödten können, Iheils die Organe leicht dauernd zerstört wer- den (wie der weiche Gaumen), oder verhärtet und entartet und ver- stümmelt Weihen (besonders die Mandeln), woraus dann lebenslängliche Störungen der Stimme, Sprache, Atlnnung und Schlingfertigkeit hervor- gehen können. Die Behandlung der Bachenkrankheiten ist Hauptsächlich ört-^833. lieh, den besonderen Bedürfnissen angemessen erweichend, abspülend, schleimlosend, beruhigend, gelind reizend, zusammenziehend u. s. w.; dazu dienen besonders Gurgelwässer, Einalhmungen, Betupfen oder Be- pinseln (am besten mittels Baumwolle in dem §. 713 erwähnten Zäng- lein gefassf, und zwar mit milden Dingen oder mit Aetzmitteln, Ad- stringenlien, Narkoticis, Aether, Chloroform u. s. w.; manchmal ört- liche Blutentleerungen, Scarificiren, Blutegel); äusserlich auf den Hals angewandt werden Umschläge, Hautreize, Einreibungen. Von inneren Mitteln sind Brechmittel bei bestimmten Stadien oft sehr nützlich, nächstdem häufig Abführungen. — Rachen-Kranke müssen scharfe, trockene, kratzende, fette Speisen, das Hinunterschlucken grosser Bis- set], das angestrengte Sprechen, Singen und Schreien, selbst das viele Räuspern vermeiden, müssen den Hals zwar gegen Erkältung verwah- ren, aber nicht allzuwarm halten, und bei chronischen liebeln sich nach und nach durch kaltes Waschen und durch Biosstragen des Hal- ses abhärten. Die wichtigsten Krankheiten dieser Region sind entzündliche, und §• 834. unter (lern Namen der Bräunen bekannt; von denen daher im PoiTd.nRaoben« genden besonders die Bede sein wird.* * Unler dem Namen Bräune [Ahgiftit'x Syyianclie, Cynanche) befassle man nämlich ursprünglich alle jene Krankheiten, in welchen schmerzhafte Beschwerden des Atbmena oder Sehlingens, oder beider Functionen zugleich, das Hauplsymplom ausmachen und Erstickungsgefahr möglich ist (§. 711): dies sind verschiedenartige Entzündungen des Kehl- und ScHhindkopfes selbst, der Luft- und Speiseröhre, oder der im Bintermunde und Rachen, im und am Halse gelegenen Theile. Hiernach unterscheidet man: 1. Braunen der Luftwege, Angina laryngea, Irachealis, und bfonchialis (§§. 71li, 718, 737); 2. Bräunen der Schlund- und Rachenhöhle, An- gina palatina, uvularis, und tonsillaris (s. u. §. b34); 3. Braunen der Speise- wege, Angina pharyngea, und oesophagea (§. 843); 4. Bräunen der äusseren Theile, Angina parolidea (§. 840), tkyreoidea, cdlularis und muscularis. —](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2041500x_002_0303.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)