Ferdinand Cohn : Blätter der Erinnerung / Ferdinand Cohn ; zusammengestelt vom seiner Gattin Pauline Cohn ; mit beiträgen von F. Rosen.
- Ferdinand Cohn
- Date:
- 1901
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Credit: Ferdinand Cohn : Blätter der Erinnerung / Ferdinand Cohn ; zusammengestelt vom seiner Gattin Pauline Cohn ; mit beiträgen von F. Rosen. Source: Wellcome Collection.
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![complicirter erweist, mit je stärkeren Vergrösserungen sie betrachtet wird; sie bedarf eine vollständige physikalische und chemische Ausstattung, da es ihre Aufgabe ist, den Antheil der allgemeinen Naturkräfte an den speciellen Lebens^ äusserungen der Pflanzen exact zu bestimmen ... Ich bin von der Ueberzeugung ausgegangen, dass eine vom Staate unterstützte Universitätsanstalt zwar in erster Linie zur Pflege und Lehre der reinen Wissenschaft berufen sei, dass sie sicTi aber auch in den Dienst des öffentlichen Wohles zu stellen habe, soweit dasselbe mit der von ihr gepflegten Disciplin im Zusammenhang steht. Von diesem Gesichtspunkte aus habe ich dahin gestrebt, dass unser Institut mit denjenigen volkswirthschaftUchen Gebieten, welche zur Botanik in nächster Beziehung stehen, insbesondere mit der Land- und Forst- wirthschaft Fühlung behalte. — Aus demselben Gesichts- punkte sind in unserem Institut die Beziehungen, in welchen die Pilze, und unter ihnen besonders die niedersten Spalt- pilze, zur Aetiologie pflanzlicher, thierischer und mensch- Ucher Epidemien wie zur öffentlichen Gesundheitspflege stehen, mit besonderem Eifer^ gepflegt worden . . . . Und mit wohlberechtigtem Stolze konnte er hinzufügen : „Ich darf es wohl aussprechen, dass, nachdem einmal unser Institut begründet war, die Erspriesslichkeit desselben für den botanischen Unterricht und für die Förderung der wissen- schaftUchen Botanik allgemeine Anerkennung gefunden hat, und dass seitdem an allen deutschen und den meisten ausser- deutschen Universitäten pflanzenphysiologische Institute, bota- nische Laboratorien errichtet worden sind. Auch äusserlich begann nun für ihn die Zeit der Ernte nach langer, fruchtbringender Arbeit. Schon fünfzehn Jahre früher, 1872, war er Professor Ordinarius geworden, und am Tage der feierlichen Eröffnung des neuen Institutes und des Museums erhielt er den Titel eines Geheimen Regierungsrathes; die Ernennung hatte der Kaiser Friedrich auf seinem Sterbelager noch selbst unter- schrieben. 1885 wurde ihm die goldene Leeuwenhoek-]\Ie- daille, 1895 diejenige der Linnean Society verliehen. Schon](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21506280_0245.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


