Volume 1
J. Henle's Grundriss der Anatomie des Menschen / neu bearbeitet von Fr. Merkel.
- Friedrich Gustav Jakob Henle
- Date:
- 1901
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Credit: J. Henle's Grundriss der Anatomie des Menschen / neu bearbeitet von Fr. Merkel. Source: Wellcome Collection.
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![externus, von derSchädelhöhle lier im Torus und Meatus acusticus internus und vom Schlund her in der Tuba auditiva. Im Inneren trennt sie sich in zwei Abtheilungen von verschiedener genetischer und functioneller Bedeutung, die Paukenhöhle, Cavum tym- pani und das Labyrinth, Labyrinthus osseus. Dieselben sind jedoch nicht Gegenstand osteologischer Betrachtung, sie werden bei Besprechung der Sinnesorgane ihre Würdigung finden. Die Unterschläfengrube, Fossa infratemporalis, schliesst sich an das Planum temp. und die Fossa temporalis unmittelbar an, von letzterer nur getrennt durch die Crista infratemporalis. 15,1. Ihre Decke wird von der Schädelbasis gebildet, ihre laterale Wand vom Unterkieferast, ihre vordere vom hinteren Umfang des Oberkiefers, ihre mediale vom Flügelfortsatz. Nach hinten und unten ist sie offen. Ebenso wie die Fossa temporalis, ist sie bestimmt, Kaumuskeln zu beherbergen. Die Flügelgaumengrube, Fossa pterygopalatina, endlich ist 15, II, III. eine Spalte, welche dadurch entsteht, dass sich der Flügelfortsatz nicht in seiner ganzen Länge, sondern nur mit dem unteren Ende an den Oberkiefer anstemmt, so dass zwischen beiden ein zwickelförmiger, oben weiterer, unten .engerer Raum bleibt. Man gelangt in sie am skeletirten Schädel von der Unterschläfengrube aus. Sie enthält den zweiten Ast des N. trigeminus und die A. maxillaris interna, welche von hier aus ihre Zweige entsenden nach unten durch den Canalis pterygopalatinus zum Gaumen, nach vorn durch die Fissura orbitalis inferior in die Augenhöhle, nach hinten durch den Can. pterygoideus [Yidii] an die Schädelbasis, median- wärts durch das Fora men sphenopalatinum zur Nasenhöhle. Vorstehende Beschreibung ist lediglich bestimmt zur Orientirung zu dienen, es sind deshalb zahlreiche Einzelheiten fortgelassen worden, welche bei der Be¬ schreibung der einzelnen Schädelknochen ihre Würdigung finden werden. Der menschliche Schädel besteht aus einer Anzahl von Knochen, welche durch unscheinbare-Spalten, Nähte genannt, von einander getrennt werden. Diese Nähte haben einen verschiedenen Verlauf, wonach man sie unterscheidet als Suturae serratae, bei welchen die Nahtlinie mäan¬ drisch verläuft, und zwar an der Aussenseite stets stärker gewunden, als an der Innenseite; S. squamosae, bei welchen sich die beiden Knochen- ränder wie Schuppen Übereinanderschieben; Harmoniae, bei welchen die Knochenränder geradlinig aneinanderstossen. Die Nähte halten so fest zu¬ sammen, dass sich auch an macerirten Präparaten oder an Schädeln, welche jahrhundertelang in der Erde gelegen haben, die einzelnen Knochen nicht von einander lösen und es bedarf der gewaltsamen Sprengung, um dies zu bewerkstelligen. Durch das Bestehen des Schädels aus einzelnen Knochen¬ individuen wird seine Form im Ganzen nicht beeinflusst, wenn sonst alles normal ist, dieselbe hängt von anderen Dingen ab, so von der Ausbildung des Gehirns, der Kaumuskulatur u. s. w. Da jedoch an den Nähten das Wachsthum der Schädelknochen stattfindet, so übt ein vorzeitiger Verschluss einer oder einiger derselben einen allerdings oft sehr merklichen, defor- mirenden Einfluss aus. Die Mehrzahl der Nähte wird nach den anein- anderstossenden Knochen benannt (z. B. Sutura sphenoethmoidalis), einige aber führen besondere Namen, welche Erwähnung finden müssen. Auf der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31363350_0001_0055.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


