Volume 1
J. Henle's Grundriss der Anatomie des Menschen / neu bearbeitet von Fr. Merkel.
- Friedrich Gustav Jakob Henle
- Date:
- 1901
Licence: Public Domain Mark
Credit: J. Henle's Grundriss der Anatomie des Menschen / neu bearbeitet von Fr. Merkel. Source: Wellcome Collection.
79/824 page 61
![welche die lufthaltigen Sinus sphenoidalis, S. frontalis, S. maxilla- ris sind. Das menschliche Siebbein ist einer beträchtlichen Reduction anheim¬ gefallen, was man an den Muschelbildungen nachzuweisen vermag; eine Anzahl ist gänzlich fortgefallen, besonders diejenigen, welche bei einer Reihe von Säugern, von der äussern Seite der Nasenkapsel aus, in die benach¬ barten Sinus hineinragen, andere sind rudimentär geworden und geben sich auf den ersten Blick gar nicht als Muscheln zu erkennen. Für die anatomische Beschreibung kann man als die Grundlage des Siebbeines eine horizontale, im Ausschnitt des Stirnbeines und vor dem Wespenbeinkörper gelegene, siebförmig durchbrochene Platte, Lamina 26, I vi. cribrosa, ansehen, welche die Schädel- und Nasenhöhle scheidet. Durch die Löcher dringen Zweige des N. olfactorius, eines der vordersten (*) aus- 26, l. genommen, in welchem der N. ethmoidalis zur Nasenhöhle gelangt. Von der Mitte der Lamina cribrosa erhebt sich in die Schädelhöhle die Crista galli (S. 33), deren vorderer Rand unten jederseits in einen vier- 26,1,m iy,vi. seitigen Fortsatz, Proc. alaris, ausläuft; mit diesem Fortsatz legt sich 26, l, IV. das Siebbein an das Stirnbein an, den erwähnten nach unten sich zuspitzen¬ den Canal, Foramen caecum, umschliessend. In die Nasenhöhle ragt von der Mitte der Siebplatte die Lamina perpendicularis hinab, in 26, ]v, VI. Form eines verschobenen Rechtecks; ihr vorderer Rand stösst an die mediane Naht der Nasenbeine, der hintere Rand an die Crista sphenoid., der untere, wulstige, begrenzt von oben den Knorpel der Nasenscheidewand, 14, III. welch letzterer nichts anderes ist, als ein zeitlebens unverknöchert bleibender Theil der perpendiculären Platte. Am Seitenrande der Siebplatte hängt jederseits das Labyrinth, Laby- 26, VI. rin tlins, ein zelliger, aus feinen Lamellen zusammengesetzter Körper, der den oberen Seitentheil der Nasenhöhle einnimmt. Die Zellen sind von der Nasen¬ höhle aus zugänglich, ihre Oeffnungen aber sind versteckt unter den über¬ hängenden Muscheln. Eine unter der obersten Muschel befindliche Oeffnung führt in die Zellen des hinteren oberen Viertels des Geruchslabyrinths, die übrigen Zellen öffnen sich unter der mittleren Muschel. Nach allen anderen Richtungen sind die Siebbeinzellen geschlossen, die mittleren durch eine dünne Knochenplatte, welche integrirender Bestandtheil des Siebbeins und an der medialen Wand der Orbita sichtbar ist, die Lamina papyracea. 26, III. Den Verschluss der im Umkreis der Lamina papyracea gelegenen offenen Zellen bewirken, wie erwähnt, die zelligen Ränder der benachbarten Knochen. Die Zellen, die die Lamina papyracea schliesst, heissen eigentliche Siebbein¬ zellen, Cellulae ethmoidales; die übrigen werden nach den Knochen benannt, von denen sie vervollständigt und geschlossen werden: Cellulae lacrimales, Cell, frontales, Cell, sphenoid., Cell, palatinae, Cell, maxillares. In der Naht zwischen der Lamina papyracea und dem Stirnbein finden sich die Forr. ethmoidalia, ein vorderes und ein hinteres, von auf ein- 15, III. ander passenden Rinnen des Siebbeines (**) und des Stirnbeines gebildet 26, V. oder auch in einem dieser beiden Knochen enthalten. Was die Siebbeinmuscheln anlangt, so giebt es deren in der Regel zwei ausgebildete, eine obere und eine mittlere, Conclia super, und Concha 26, II, VI.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31363350_0001_0079.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


