Digitalis purpurea in ihren physiologischen und therapeutischen Wirkungen unter besonderer Berücksichtigung des Digitalin : mit Benutzung der gesammten medicinischen Literatur monographisch dargestellt / [Bernhard Bähr].
- Baehr, Bernhard
- Date:
- 1859
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Credit: Digitalis purpurea in ihren physiologischen und therapeutischen Wirkungen unter besonderer Berücksichtigung des Digitalin : mit Benutzung der gesammten medicinischen Literatur monographisch dargestellt / [Bernhard Bähr]. Source: Wellcome Collection.
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![5. Die Erfahrung lehrt, dass sie hei Typhösen und Phthisikern vor- züglich nicht oder doch nur ausnahmsweise eintrill. (3. Der vor Anwendung der Digitalis unregelmässige Puls wird last constant durch ihren Gebrauch regelmässiger. 7. Fast constant treten nach einigermassen grossen Gaben Un- regelmässigkeiten des Pulses ein, mag er sich verlangsamen oder fre- quenter werden. 8. Diese Unregelmässigkeiten sind: a. Es fällt der eine oder andere Schlag aus (der 3., 5., 7.), oder es fallen seihst mehrere Schläge nach einander aus. h. Die Schläge werden unter einander ungleich. c. Es folgt einer Anzahl langsamer, voller Schläge eine An- zahl kleinerer und schnellerer. d. Der Puls wird undulirend, zitternd, fadenförmig, dreischlä- gig, oder so, dass die Grenze zwischen dem einen und dem andern Schlage kaum zu bestimmen ist. e. Jede körperliche Bewegung hat einen übermässigen, sofor- tigen Einfluss auf die Pulsfrequenz. 9. Im Herzen selbst treten Erscheinungen, welche der Ausculta- tion zugänglich sind, auf. 10. Die Wirkung auf die Circulation hängt nicht unbedingt mit derjenigen auf den Verdauungsapparat zusammen und ist nicht abhängig von ihr. 11. Der Eintritt der Ahnahme der Pulsfrequenz variirt nach In- dividualität, und nach der gegebenen Dosis. Je grösser diese, desto Irüher zeigt sie sich. Selten nach 12 und vor 24 Stunden, meistens nach 24—48 Stunden, und nach kleinen Gaben noch später. Sie er- reicht ihre höchste Höhe oftmals erst, nachdem das Medicament schon ausgesetzt ist. Zu diesen Punkten muss ich nothwendig noch einige mehr all- gemeine Anmerkungen fügen. Vor allen Dingen ist zu bedauern, dass die meisten in der Lite- ratur verzeichneten Beobachlungen aus eine]’ Zeit stammen, in welcher man von Auscultation noch nichts wusste. Von dem Zustande des Herzens vor und nach der Digitalisanwendung erhalten wir also nur sehr wenige Nachrichten, oder doch so unvollkommene, dass mit gar wenig Wahrscheinlichkeit auf etwelche pathologische Veränderung ge- schlossen werden kann. Jedoch glaube ich mit gutem Grunde aus den sämmtlichen durchlesenen Krankengeschichten, gestützt freilich nur auf die allgemeinen Krankheitserscheinungen, schliessen zu dürfen, dass](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28084202_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)