Handbuch der Massage : für Studirende und Aerzte / von Georg Hünerfauth.
- Hünerfauth, Georg.
- Date:
- 1887
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Credit: Handbuch der Massage : für Studirende und Aerzte / von Georg Hünerfauth. Source: Wellcome Collection.
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![dene Massageformen nebst den complicirtesten Körperbewegungen. Nr. 15 soll dieselbe Bewegung sein, die heutzutage noch in Ungarn unter der Bezeichnung ,Cösmoer‘ gegen Unterleibsstockungen viel- fach als Volksmittel gebraucht wird.“ Es wird von Historikern angenommen [Lepage, Eecherches histo- riques sur la medecine chez les chinois (Thbse 1813j], dass die Mas- sage sich nahezu 3000 v. Chr. in China entwickelt habe. Im Cong- fou, dem ältesten Buche der Chinesen, sind schon Vorschriften fUr die Körpersteilung und Art und Weise der Athmung ent- halten; für den Kopf, die Augen und sogar für die Zunge sind zum Zwecke besonderer Uebung genaue Anweisungen gegeben. Die Ath- mung wurde ausgeführt durch den Mund, die Nase oder durch beide zugleich, der weiteren minutiösen Angaben gar nicht zu gedenken. Die Ausführung der gymnastischen Uebungen geschieht mit Vorliebe am Vormittag. In vielen Städten Chinas finden sich gymnastische Anstalten und Schulen, in denen die Aerzte — Tao Tsee genannt — ihre gymna- stischen und Massagestudien machen. Die berühmteste Schule findet sich in Kan-Tcheou Fou, deren Chef ein „celeste docteur“ ist. Ausser in Indien und China finden wir die Massage vielfach bekannt und angewandt in Aegypten. Sie verdient, weil haupt- sächlich in Bädern gebraucht, hier bei der Besprechung der ärzt- lichen Massage keine besondere Betonung. Der bei den Aegyptern übliche Gebrauch der Salben, der Bäder und Reibungen fand bald bei anderen Völkern des Alter- thums Nachahmung und unter diesen thaten sieb besonders die Griechen durch ihren Eifer hervor. In ihren Palästren und Gymnasien wurden fleissig und regelmässig Massage und Gym- nastik geübt. Ich muss an dieser Stelle die schönen Worte von CuRTius (Gr. Geschichte. II. 175) über diesen Gegenstand wieder- geben: „Während die geistige Bildung der Jugend mehr den Ael- teren überlassen wurde, sorgten die öffentlichen Gymnasien für die körperliche Tüchtigkeit, weil vom Gesichtspunkte des Gemeinwohls kein Erziehungswerk wichtiger erschien, als das, einen gesunden Nach- wuchs in kräftigen und schönen, tapfern und gewandten Jünglingen dem Staate zu sichern.“ Die Kämpfer mussten vor dem Wettkampf von dem Gymnasten gebadet, gerieben, gesalbt und mit Sand — oft eigens dazu beigeschafftem Nilsand — bestreut werden. Das Stadion hatte die dazu nöthigen baulichen Einrichtungen. Nach dem Kampfe wurde wieder eine Reibung vorgenommen — anoi^EQa7tia — (die Reibung vor dem Kampfe hiess 7caQaoy.evati/.orQL\pLg).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20409606_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


