Handbuch der Massage : für Studirende und Aerzte / von Georg Hünerfauth.
- Hünerfauth, Georg.
- Date:
- 1887
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Credit: Handbuch der Massage : für Studirende und Aerzte / von Georg Hünerfauth. Source: Wellcome Collection.
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![Einer der bedeutendsten Aerzte nach Asklkpiades, der für die Entwicklung der Massage mit seiner ganzen Autorität eintrat, war Celsus (wahrscheinlich unter Augustus lebend). Im II. Buche seiner ,,octo libri de Medicina“ schreibt er in anziehender Weise Uber „das Reiben und die passiven Bewegungen des Körpers“. Celsus hatte schon richtig erkannt, dass heftiger Kopfschmerz erfolgreich mit Massage behandelt werden kann und dass gelähmte Glieder durch Reibungen kräftiger werden. Wird ein Patient durch Durst und Hitze gequält, führt Celsus unter anderm aus, während die äussern Theile seines Körpers vor Kälte starren, so liegt die einzige Rettung des Kranken in dem Reiben, welches, wenn es Wärme auf der Haut hervorgelockt hat, jedem andern Mittel Vorschub leisten kann. — Auch hatte Celsus wohl eiugesehen, welch treffliche Wirkungen die passiven Bewegungen auf den Körper ausüben, und stellte scharf prä- cisirte Vorschriften für deren Anwendung bei verschiedenen Krank- heiten auf. Das 14. und 15. Kapitel des II. Buches seines Haupt- werkes ist recht lesenswerth. Claudius Galenus (geb. 131 nach Chr., wurde 70 Jahre alt) verdient gleichfalls an dieser Stelle die ehrenvollste Erwähnung. Eine lateinische Uebersetzung seiner Werke besitzen wir von Kühn, De sanitate tuenda, libri VI. Lipsiae 1823. Für unsere Studien die- nen namentlich das 2. und 3. Buch. Ausserdem lesen sich die Aus- züge aus Galen’s Schriften von Oeibasius sehr gut. Um Galen’s Verständniss für die Massage und seine Genauigkeit in seinen An- ordnungen kennen zu lernen, lasse ich einen kurzen Auszug aus Ori- BASius folgen. Ueber die Friction preparatoire, Cap. XIII, z. B. ist geschrieben: Nachdem die Kleider abgelegt sind, reibt man den Körper mässig mit einem wollenen Tuch, nachher mit Oel; vor Erwärmung der Haut hält er das Oelreiben für nicht gut; die Haut muss gleichsam vorbereitet sein; wenn sie leicht roth geworden durch sanfte Streichung, beginnt das kräftige Reiben mit blossen Händen auf beölter Haut, nicht zu stark, nicht zu weich, ohne dass der Kör- per erschlafft oder geschwächt werde; bei starken jungen Männern darf aber die Friction schon kräftiger sein. Sie wird dann von kräf- tigen Händen in den verschiedensten Körperrichtungen ausgeführt: von oben nach unten, von unten nach oben, quer, horizontal u. s. w. u. s. w. Ueber die Frictio apotherapia (Cap. XVI) sagt Galen: ,,Le but propre de l’apothörapie est se combattre et d’em])echer la fatigiie qui suit habituellement les exercices etc.“ In ganz interessanter Weise spricht Galen von einigen Fällen, die sich mehr für eine Morgen- oder Abendmassage eignen. Was aber noch mehr unsern Beifall](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20409606_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


