Die Anfänge der Anatomie bei den alten Kulturvölkern : ein Beitrag zur Geschichte der Anatomie / von Ludwig Hopf.
- Ludwig Hopf
- Date:
- 1904
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Credit: Die Anfänge der Anatomie bei den alten Kulturvölkern : ein Beitrag zur Geschichte der Anatomie / von Ludwig Hopf. Source: Wellcome Collection.
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![GTzlrpa xal xd XoiTta,“ Nach der Milz kam das Herz und die Lunge an die Reihe. Die Leber aber und die Gallenblase wurden immer zuerst besichtigt. Die Jamiden in Olympia aber weissagten nicht bloß aus den Eingeweiden der Opfertiere, sondern auch aus den Häuten, die sie zerschnitten und aus den Opfer- stücken, die sie verbrannten.*) „Als das wichtigste unter den Eingeweiden wurde die Leber betrachtet, nicht bloß deswegen, weil ihre normale oder abnorme Beschaffenheit am leichtesten in die Augen fiel, sondern mehr noch, weil man sie als Hauptorgan des animalischen Lebens an- sah, in welchem das Blut, der eigentliche Träger des Lebens, bereitet und von dort aus durch den ganzen Körper verbreitet werde“.**) Bei Philostr. V Apoll. VIII, 7, 15 heißt es: JHracp sv w cpaal xdv xy}$ auxwv [jiavxixYjc xputooa efvac of xaöxa oetvot“, und in dem Dialog Hermippus de astrologia, ed. Bloch, Hav. 1830: „r\ Y“p xoG Yjrcaxo? cpuau;, XeiaxaxY] oüaa xal xaftapwxaxou afjiaxog auyxeifjiivY], warcep sv sao7xxpw xcp xouxou aw'jxaxt saD- 6'xe s[A<paivst xd piXXovxa, xaO-oaov xa^apox^xo? aöx^ jrsxsaxu“ Am häufigsten wird der Xdßo$ der Leber erwähnt. Je nach- dem dieser beschaffen war, fehlte oder sich als mangelhaft erwies, erblickte man gute oder schlimme Vorzeichen. Als sehr schlimm galt Yjxap aXoßov. Cf. Plut. V, Ages. c. 9; Pyrrh. c. 39, und Xeno- phon Hellen. III, 4, 15. Euripides läßt den vor seinem Tode opfern- den Ägisthes keinen Xoßo^ finden. Dem Kimon zeigte vor seinem letzten Feldzuge der Opferpriester an, daß der Xoßos keine xscpaXyj habe. — Auch andere Teile der Leber, die rcuXat (Pforten), die ooyai (Gefäße), ferner die Farbe und Glätte der Leber etc. gaben wichtige Aufschlüsse. Allmählich hatten sich in der Sprache der griechischen Opferschauer eine Menge Bezeichnungen für einzelne Leberteile eingebürgert, die de r Uneingeweihten späterer Zeit immer unverständlicher wurden. Außer dem Xoßog, den TtuXat, und den Soyat sprachen sie von axsXeuD'a, avxtaxaxrj5, 5e^{g, Seajiov, Stdixxpa, Stoaxoupoi, SoXov, So^slov eyyuy], emlHog, eaxia, O-sos, xaveov, xwXuxYjp, [xa^aipa, ovu£, Tcoxa[j.o?, xdyioc;, xpara^a und yßpog. Schon ältere Schriftsteller über das Opferschauwesen der alten Griechen haben sich Mühe gegeben, über die Bedeutung dieser rätselhaften Benennungen Aufschluß zu gewinnen. Ich nenne vor allem den *) G. F. Schömann a. a. O., II., 238. **) G. F. Schömann a. a. O., IJ., 291.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22397929_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)