Atlas der topographischen Anatomie des Menschen : für Studierende und Ärzte / von Karl von Bardeleben und Heinrich Haeckel.
- Karl von Bardeleben
- Date:
- 1894
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Credit: Atlas der topographischen Anatomie des Menschen : für Studierende und Ärzte / von Karl von Bardeleben und Heinrich Haeckel. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Die Gesamtfasermasse einer Hemisphäre sammelt sich schliessUch in dem sogen. Hirnschenkel (^Pedunculus cerebri) an der Hirnbasis. Auf dem Weg von der Rinde zum Hirnschenkel müssen die Fasern der Hirnrinde, der sogen. Stabkranz, sich zwischen den grossen GangUen (Thalamus opticus, Nucleus caudatus und Nucleus lentiformisl durchdrängen. Die Topographie ihres Durchtritts ist auf der Figur dargestellt. Sieht man von der sogen. Capsula externa und extrema ab, so bleibt den Fasern für ihren Durchtritt nur eine Strasse, nämlich einerseits der Zwischenraum zwischen Nucleus caudatus und Nucleus lentiformis und andererseits der Zwischenraum zwischen Thalamus opticus und Nucleus lentiformis. Man bezeichnet den ganzen Zwischenraum als Capsula interna und weiterhin den erstgenannten Abschnitt als vorderen Schenkel, den zweitgenannten als hinteren Schenkel der inneren Kapsel. Auf diese innere Kapsel verteilen sich nun die verschiedenen Rindenfaserzüge in folgender Weise : Die Pyramidenbahn, d. h. die Bahn der willkürUchen Bewegungen, zieht durch die beiden vorderen Drittel des hinteren Schenkels und zwar der- gestalt, dass im Kapselknie (wo vorderer und hinterer Schenkel zusammen- stossen) die Facialis- und Hypoglossusbahn gelegen ist, dann die motorische Bahn des Arms und zuletzt diejenige des Beins folgt. Im hintersten Drittel des hinteren Schenkels der inneren Kapsel liegt die grosse sensible Bahn der Hautempfindungen, ferner die sogen, occipitotemporale Brückenbahn, d. h. eine Bahn, welche aus dem Hinterhaupts- und Schläfenlappcn entspringt und zur Brücke 'zieht. Ausserdem treten durch den hinteren Kapselschenkel auch zahlreiche von der Rinde stammende Fasern in den Sehhügel ein (oberer Sehhügelstiel), und endlich nimmt auch die sogen. Rindcnschleife, die Bahn des ]\Iuskelsinns, diesen Weg. Unmittelbar hinter dem hinteren Ende des hinteren Kapselschenkels, am sogen. Carrefour sensitif, ziehen auch die Bahnen aller höheren Sinnesnerven vorbei. Auf der Figur sind nur die Opticusfasern angegeben, welche von dieser Stelle aus sich zur Sehsphäre des Occipital- lappens wenden. Eine Herderkrankung an dieser Stelle bedingt die sogen, gemischte Hcmianaesthesie, d. h. die Kranken fühlen, schmecken, hören und riechen auf der gegenüberliegenden Körperhälfte gar nicht oder wesentlich schlechter und sehen in der contralateralen Gcsichtsfeldhälfte nicht mehr, während eine Herderkrankung im vorderen Abschnitt des hinteren Kapsel- schenkels eine gekreuzte halbseitige motorische Lähmung hervorruft. Der vordere Schenkel der inneren Kapsel enthält Fasern, die im Stirn- lappen und im Nucleus caudatus entspringen. Man bezeichnet sie als die frontale Brückenbahn. Ihre Funktion und ihr weiterer Verbleib ist noch nicht sicher festgestellt. Der Nucleus caudatus legt sich mit seinem Schweif (cauda) bogenförmig über die innere Kapsel hinweg. Das Ende des Schweifs verschmilzt mit dem Gyrus hippocampi und der Mandel. So kommt es, dass auf dem Schnitt der Schweifkern zweimal getroffen ist, erstens im 1 lauptkörper lateralvvärts vom Vordcrhorn des Scitenvcntrikels und zweitens im Schweif nahe dem Hintcrhorn des Scitenvcntrikels. Der Abgang des Vorderhorns vom dritten Ventrikel entspricht dem Foramen Monroi. Die Fornixsäulen sind an einer Stelle getroffen, wo sie bereits fa.st völlig verschmolzen sind. Das Hintcrhorn ist da getroffen, wo das Unterhorn eben von ihm abgeht. DieMarkfaserma.ssc des Stabkranzes zwi.schen der Kinde und den grossen Gantflien wird auch als Centrum semiovale bezeichnet. , , •=• /ullLIl.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21229260_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)