Pathologie und Therapie der Afterbildungen.
- Ritgen, Ferdinand von, 1787-1867.
- Date:
- 1828
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Credit: Pathologie und Therapie der Afterbildungen. Source: Wellcome Collection.
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![die Sonderling in verschiedene Formen, welche die Gestalt des neuen Gebildes bedingen, zu Stande komme. Allein hiermit ist es nicht genug, wenn es, wie bei der Zeugung, zur Bildung eines neuen Erzeugnisses kommen soll, welches eine regelmässige menschliche Gestalt besitzt. Hier müssen nicht nur verschiedene Theile gestaltet, sondern in der rechten Form und Zusammensetzung hervorgebracht vrerden. mithin muss zu dem Wirken des ]Nährtriebes und Verschieden- heitstriebes noch eine Regelung hinzukommen, als dersn Grund wir einen dritten Trieb, die bildnerische Nervenwirksamkeit, anzunehmen genöthigt sind. Bei der Zeugung ist es nun eben diese Nervenwirksam- keit, welche im höchsten Grade rege erscheint und es wird aus der gleichzeitigen und gleichmässigen Steigerung der Triebe nach Bestand, nach Verschie- denheit oder Theilbildung und nach Eigenthümlich- keitsvollkommenheit, also nach Menschenform aller Theile und des Ganzen, erklärlich, wie bei der Zeu- gung insbesondere durch die Iservenvrirksamkeit der Entzündungsprocess so gesteigert und beschränkt, kurz so geleitet wird, dass die Gesammtheit aller Körper- theile aus der Seminalsubstanz sich hervorbildet, wäh- rend bei der Afterbildung der Nährtrieb zwar den Stoff zur neuen Bildung herbeischafft, und auch der, die Entzündung bedingende Manni^falti^keitstrieb die Sonderung dieses Stoffs in verschiedene Formen zu Wege bringt, aber die gehörig regelnde Nervenwirk- samkeit fehlt: wo dann die entstehende Gestaltung eine höchst unvollkommne und zwecklose: d.h. eben ein Aftergewächs wird. Diesem nach liegt bei der Entzündung im engern Sinne des W orts, bei der Afterbildung und bei der Neigung dasselbe V\ esen zum Grunde, nur unter andern Verhältnissen und daher mit andern Resultaten. Bei der eigentlichen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21006313_0017.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)