Lexikon der physikalischen Therapie Diätetik und Krankenpflege für praktische Aerzte / hrsg. von Anton Bum.
- Bum, Anton, 1856-1925.
- Date:
- 1904
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Credit: Lexikon der physikalischen Therapie Diätetik und Krankenpflege für praktische Aerzte / hrsg. von Anton Bum. Source: Wellcome Collection.
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![gering, um ihnen einen besonderen thera- peutischen Werth beimessen zu dürfen. Die bei einigen Quellen festgestellte höhere elek- trische Leitungsfähigkeit, welche die Thermal- wässer gegenüber gewöhnlichem Brunnen- wasser besitzen, hängt mit der Menge und der Qualität der in Lösung befindlichen Be- standteile, sowie mit dem Wärmegrade des Wassers zusammen, berechtigt aber durchaus nicht zu der mehrfach aufgestellten Hypothese, dass den Akratothermen hiedurch eine be sondere Heilkraft zukommt. Ebenso entbehrt die Annahme, dass die Wärme der indifferen- ten Thermen speeifische Eigenschaften besitze, oder dass die in manchen Wildbädern ge- fundenen organischen Substanzen, wie Bare- gine, Glairine oder Therote'in, einen thera- peutischen Werth besitzen, jeder wissenschaft- lichen Begründung. Die unleugbar günstigen Wirkungen der Thermalbäder sind unserer Ansicht nach lediglich aus der Temperaturconstanz dieser Quellen zu erklären. Wich hat gefunden, dass in Bassins, in welchen durch continuir- lichen Zu- und Abfluss des Thermalwassers, die Temperalur unverändert erhalten wird, selbst Zehntelgrade einen merklichen Aufschlag der Körperwärme verursachen. So hatte z. B. bei einem Thermalbade von 37'2° C. die Achsel- höhlentemperatur 36-850 C., bei einem Bade von 37'3° C. in derselben Zeit die Axillar- temperatur 36'9° C. und bei einem Bade von 37-4° C. — 37° C. erreicht. Nach einer halben Stunde war die Körperwärme schon höher als die Badetemperatur und nach 75 Minuten hatten die Achselhöhlentemperaturen Werthe von 37-7, 37-75 und 37'9° C. erreicht. Wie bei den Süsswasserbädern können wir auch bei den Thermalbädern zwischen wärme- entziehenden, indifferent warmen und wärme- steigernden unterscheiden, doch dürfen wir nicht vergessen, dass infolge der temperatur- steigerndeu Wirkung der Wärmeeonstanz der thermische Indifferenzpunkt des Thermalhades niedriger als jener des Süsswasserbades sein muss. In die nachfolgende tabellarische Debersicht der indifferenten Thermen haben wir auch ihre Höhenlage eingezeichnet, da die Wirkung der meisten Wildbäder durch ihre günstige Lage in waldreichen Gebirgsgegenden wesent- lich unterstützt wird. Name der Q u e 1 ] i Temperatur in Celsiusgraden Summe der Fixa im Liter Höbe über dem Meere in Metern W'iesenbad in Sachsen Brenn erb ad in Tirol Vöslau bei Wien Liebenzell in Württemberg .... W a r m b a d Villach Baden weil er im Schwarzwalde . . . Comano in Italien Johannisbad in Böhmen Tobelbad in Steiermark Wolken stein in Sachsen Erlau in Ungarn Schlangenbad im Taunus Rajecs-Teplicz in Ungarn Riigaz in der Schweiz K e s z t h e 1 y e r Hevviz-See in L ngarn N e u h a u s in Steiermark Pfäfers in der Schweiz Römerbad in Steiermark Tüffer in Steiermark M a s i n o in Italien Hofgastein im Salzkammergut . . . Wildbad in Württemberg Bormio in Veltlin, Italien Krapina-Töplitz in Kroatien . . . Warmbrunn in Schlesien Te plitz in Böhmen Stubnya in Ungarn Gastein im Salzkammergut Grosswardein in Ungarn 22-5 24 23-6-27-6 26-28 26-8—28 28-5 29 25—30 30-0 30-7-32-4 275-32 29—35 29-35 32-363 26-5-37 35-8—37 3 36-3-38-4 35-39 38-39 35-40 331— 403 38—41 37-8-41-2 25-2-43-1 28-7-46 2 4L6—48 24—49 35-49 0 35 053 040 115 038 0-33 0-80 0-22 0-49 0-24 032 040 0-53 0-29 0-53 0-28 0-29 0-23 0-30 0-51 032 0-56 090 0-70 0-50 0-64 1-07 0-32 0-90 450 1326 260 318 501 420-450 378 615-725 330 458 180 313 420 521 109 397 685 240 250 1200 870 430 1340—1410 160 346 230 518 1045 140—145](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21175950_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)