Ueber Resectionen und Amputationen / von J.F. Heyfelder ; herausgegeben auf Beschluss und in Rechnung der Kaiserl. Leop.-Carol. Academie der Naturforscher.
- Heyfelder, Johann Ferdinand Martin, 1798-1869.
- Date:
- 1854
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Credit: Ueber Resectionen und Amputationen / von J.F. Heyfelder ; herausgegeben auf Beschluss und in Rechnung der Kaiserl. Leop.-Carol. Academie der Naturforscher. Source: Wellcome Collection.
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![Wundentzündung hervortreten, so sind kalte Ueberschläge gewiss angezeigt, und ihre Application kann recht wohl neben den Serrefines statthaben. Nach eingetre- tener Eiterung kann der abgesonderte Eiter nicht häufig und sorgfältig genug ent- fernt werden, was am sichersten durch Anspritzen von lauwarmem Wasser ge- schieht. Salben und Charpiemassen sind aus meiner Praxis verbannt; nur um den Druck des abgesägten Knochenstumpfes zu vermeiden oder zu mindern, wird äus- serlich zuweilen Charpie oder Baumwolle aufgelegt, die aber ausser aller Berüh- rung mit der durch einen Ceratlappen geschützten Wunde bleibt. Einen reellen Nutzen von der Anlegung einer Expulsivbinde um den Ampu- tationsstumpf nach dem Zirkelschnitte habe ich nicht wahrnehmen können, daher ich von ihr abstrahire. Das Begimen, die Diät und die Nachbehandlung muss so ein- gerichtet sein, dass einer heftigen traumatischen Entzündung vorgebeugt werde. So grossen Werth ich auf eine entsprechende Nachbehandlung aber auch lege, so bezweifle ich doch, dass diese allein die günstigen Resultate sichert, welche z. B. Chelius in seiner klinischen Praxis erhielt, der von 202 meist mittelst des Zir- kelschnittes Amputirten nur 23 (also nur 11 pCt.) verlor. Ihm starben aus dieser Zahl von 88 im Unterschenkel Amputirten nur 8 (also 8 pCt.), von 83 im Ober- schenkel Amputirten 12 (also 14 pCt.), von 14 Amputirten des Oberarms 2 (also 14 pCt.), von 17 Amputirten des Vorderarms 1 (also 5 pCt.Dies ist ein Er- gebnis, das um so mehr Anerkennung verdient, als kaum ein anderer Wundarzt Aehnliches aufzuweisen haben dürfte, selbst Sedillot nicht, der in Frankreich als der am meisten vom Glück begünstigte Operateur angesehen wird, und in Bezug auf Eleganz im Operiren, sowie auf Sicherheit, instar omnes genannt zu werden verdient. Einrichtung und Salubrität des Hospitals, von Chelius mit Recht hoch angeschlagen, entscheiden zwar viel in der Wagschaale, aber wir sehen doch auch in neuen, allen Anforderungen der Medicinalpolizei entsprechenden Krankenhäu- sern oft dasselbe Verhältnis der Genesenen und Gestorbenen, wie in jenen Kran- kenanstalten, denen das nicht nachgerühmt werden kann. Das letzte Wort bleibt hier noch ungesprochen. *) Handbuch der Chirurgie. Siebente Auf]. B. II. S. 820.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22288491_0268.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)