Ueber Resectionen und Amputationen / von J.F. Heyfelder ; herausgegeben auf Beschluss und in Rechnung der Kaiserl. Leop.-Carol. Academie der Naturforscher.
- Heyfelder, Johann Ferdinand Martin, 1798-1869.
- Date:
- 1854
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Credit: Ueber Resectionen und Amputationen / von J.F. Heyfelder ; herausgegeben auf Beschluss und in Rechnung der Kaiserl. Leop.-Carol. Academie der Naturforscher. Source: Wellcome Collection.
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![bilde atrophirt und aus ihren natürlichen Stellungen getrieben. Drängte man die Wände des rechten Nasenlochs mittelst einer Kornzange auseinander, so sah man ein schwammiges Pseudoplasma, welches mikroskopisch untersucht Epithelialzellen zeigte. Mit der Sonde konnte man das mit den Wandungen der Nase überall ad- härente Aftergebilde nicht umgehen. Das rechte Oberkieferbein war zwar zahn- los, aber gegen die Mundhöhle hin nicht aufgetrieben, und insofern schien es nicht wahrscheinlich, dass das Aftergebilde von der Highmorshöhle aus sich entwickelt habe. Um über den eigentlichen Sitz und über die Ausbreitung der Geschwulst Ge- wissheit zu bekommen, führte ich am 22. August 1852 zwei im rechten Winkel zusammenstossende Schnitte, einen vom rechten innern Augenwinkel bis zum Na- senrücken, den andern von der Nasenwurzel in der Medianlinie des Nasenrückens durch die Oberlippe bis in den Mund []] und löste den Hautlappen ab. Es zeigte sich nun, dass die Verbindung des rechten Oberkieferbeins mit dem Stirn- und Nasenbeine durch die Aftermasse aufgehoben war, welche aus der High mors- höhle hervorkam und die ganze rechte Hälfte der Nase füllte. Somit war die totale Resection des rechten Oberkieferbeins dringend geboten, die ohne eine wei- tere Trennung der weichen Wangentheile durchgeführt werden konnte. Die Ver- bindungen desselben mit dem Jochbeine und mit dem linken Oberkieferknochen wurden, nach Ablösung des weichen Gaumens mit dem Messer, durch einen wag- rechten Schnitt mittelst der Kettensäge gelöst, die ich, um die Alveolarfortsätze und die Gaumenflächen zu trennen, mit Hülfe der Beilocq’sehen Röhre durch die er- wähnte, im weichen Gaumen angebrachte Oeffnung und durch die Choanen geleitet hatte. Die Verbindung mit dem Stirn- und Nasenbeine war schon durch den in Folge des Drucks vom Pseudoplasma herbeigeführten Detritus aufgehoben. Da somit sämmtliche festen Verbindungen dieses Oberkieferbeins gelöst waren, so genügte eine mässige Nachhülfe zur gänzlichen Dislocation des Knochens. Die weitere Untersuchung bestätigte jetzt, dass die Aftermasse in der High- morshöhle ihren Ursprung genommen. Sie hatte in ihren peripherischen Partieen ganz das Ansehen von Markschwamm, in der Mitte war sie eiterig zerfallen. Dieser Befund rechtfertigte somit vollkommen die Operation. Die Blutung auf der Wundfläche war unbedeutend, und so wurde denn die Hautwunde durch sechszehn Nähte vereinigt und nach Bedeckung mit einem Cerat- lappen mit kalten Ueberschlägen behandelt. Die Ernährung und die Stillung des](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22288491_0047.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)