Lehrbuch der gerichtlichen Chemie : mit Berücksichtigung sanitätspolizeilicher und medicinisch-chemischer Untersuchungen zum Gebrauche bei Vorlesungen und im Laboratorium / bearbeitet von Georg Baumert.
- Baumert, Georg (Georg Paul Gustav Hermann), 1852-
- Date:
- 1889-1893
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der gerichtlichen Chemie : mit Berücksichtigung sanitätspolizeilicher und medicinisch-chemischer Untersuchungen zum Gebrauche bei Vorlesungen und im Laboratorium / bearbeitet von Georg Baumert. Source: Wellcome Collection.
66/454 page 40
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Auch Phosphor-, Antimon- und Schwefelwasserstoff geben mit Queck- silberchlorid zum Theil ähnliche Eeactionen, wie der Arsenwasserstoff1). Von weiteren Anwendungen der Gutzeit-F luekiger'sehen Reaction wird noch später die Rede sein. Marsh'sehe Reaction. Dieselbe wird beim Nachweise des Arsens genauer beschrieben werden. Bettendorf f sehe Reaction2). Einige Gramme der möglichst concentrirten Säure werden, mit dem doppelten Volum Zinnchlorürlösung vermischt, einige Zeit in der Kälte stehen gelassen oder im Wasserbade erwärmt. Bei Anwesenheit von Arsen tritt Braunfärbung der Flüssigkeit oder Abscheidung brauner Flocken von (zinnhaltigem) metallischem Arsen ein. Die zur Ausführung dieser Reaction erforderliche Zinnchlorürlösung — Bettendorff'sches Reagens — wird folgendermaassen bereitet: Zinnchlorür wird mit Salzsäure zu einem dünnen Brei angerieben und dieser mit gewaschenem Chlorwasserstoffgase gesättigt. Nach mehr- tägigem Stehen wird die Flüssigkeit durch Asbest filtrirt. Einfacher kommt man zum Ziele, wenn man die auf Arsen zu prüfende concentrirte Salzsäure mit einem Stanniolblättchen erhitzt. Schlick um'sc he Reaction3). In 3 bis 4 g reiner (arsenfreier) Salzsäure löst man 0,3 bis 0,4 g Zinnchlorür, fügt ein winziges Kryställchen (0,01 bis 0,02g) Natrium- sulfit hinzu, schichtet die zu prüfende Säure darüber und stellt das Reagirglas in warmes Wasser. Arsenhaltige Säure bewirkt an der Berührungsfläche beider Flüssig- keiten eine gelbe Zone von Schwefelarsen. Diese Reaction beruht darauf, dass bei Einwirkung von Salzsäure auf Natriumsulfit in Gegenwart von Zinnchlorür Schwefelwasserstoff gebildet wird. Nimmt man zu viel Natriumsulfit, so scheidet sich in der unteren Flüssigkeitsschicht Schwefelzinn ab. 1) Vergleiche z. B. Mayengon und Bergeret, Compt. rend. 79, 118 (1874); Simon, Pogg. Annalen 42, 369; H. Rose, Chimie analytique I, 425 und 1010 (Paris 1839); Aschan, Chemiker-Ztg. 10, 82 u. 102 ( 1886); Poleck u. Goercki, Berichte d. deutsch, ehem. Ges. 21, 2412 (1888). 2) Zeitschrift für Chemie [2] 5, 492 (1869). '•') Pharmaceut. Zeitung 30, 465 (1885).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20404220_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)