Die philosophische Richtung des Cornelius Celsus : ein Kapitel aus der Geschichte der pyrrhonischen Skepsis : Programm des kgl. humanistischen Gymnasiums zu Freising für das Studienjahr 1892/93 / verfasst von Dr. Simon Sepp.
- Sepp, Simon.
- Date:
- 1893
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Credit: Die philosophische Richtung des Cornelius Celsus : ein Kapitel aus der Geschichte der pyrrhonischen Skepsis : Programm des kgl. humanistischen Gymnasiums zu Freising für das Studienjahr 1892/93 / verfasst von Dr. Simon Sepp. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Dass Celsus überall die Empirie begünstige, geht aus seiner ganzen Darstellung hervor. Vor allem macht er wiederholt Gebrauch vom empirischen Dreifuss (der rrjoyjwg, tirißcr] und fierdßciG/g ano cuv ofiiuov). Er betont nämlich die Beobachtung bei Fieber- erscheinungen,1) räumt der Geschichte grosses Gewicht ein und verlangt Überlieferung an die Nachwelt,-) rät endlich gelegent- lich den Übergang zum Ähnlichen an3) und gebraucht in diesem Sinne die Worte transitus, transire,4) sowie die empiri rmrdpo/tü ’) Ebenso stellt er an den Arzt die Forderung, in erster Linie auf die Herstellung der Gesundheit des Kranken Rücksicht zu nehmen,(i) wie dies die Empiriker bei ihm) und Cael. Aurel.s) thun; desgleichen räumt er der Erfahrung9) und Übung1) bedeuten- den Spielraum ein und hegt, wie jene,11) eine grosse Meinung von der Einwirkung der fortuna.1'2) Auch widerlegt er sowohl den Erasistratus durch die Berufung auf die evidentia,13) als die Metho- diker durch die empirischen proprietates. Kurz der Stellen, in welchen sich Celsus mit den Empirikern berührt, sind soviele, dass sie keine weitere Besprechung erfordern. Es lässt sich aber auch wahrscheinlich machen, dass Celsus seiner Geschichte der Empirie einen Empiriker zu Grunde gelegt habe. Denn es fällt auf, dass er den Empirikern, statt sie, wie die introductio des Ps. Galen, durch Philin an Herophilus anzuknüpfen,14) neben den andern, als logisch bezeichneten, Sekten eine völlig un- abhängige Stellung anweist.1’’) Dies war der Standpunkt, welchen Jleraklid von Tarent einnahm, dem Celsus auch sonst, trotz gelegent- lichen Tadels,10) viel häufiger folgt, als er es angibt.17) Denn obwohl Heraklid nach Galen18) anfangs selbst, ebenso wie sein Lehrer Man- tias, zu den Herophileern gehört hatte, trat er doch nach seinem ubergange zur Empirie als heftiger Gegner derselben [so des Ba- ehius,1) Andreas,'2) Zeno]21) auf und rief durch seine Kampfschrift gegen des Herophilus Pulslehre2'2) eine langdauernde literarische Fehde hervor. Er ist es auch, der in seiner Schrift über die em- pirische Lehre, die Galen in 7 Büchern commentiert hat,23) zum erstenmale den Namen Empiriker gebraucht,'24) um die Schule des Serapion und Glaucias, welche der Empirie den Vorzug gaben, damit zu bezeichnen.'2’) Celsus'20) und der gleichlautende Bericht der sub- figuratio empirica'2') knüpfen deshalb beide, letztere, ohne weitere Vorgänger zu nennen, den Namen Empiriker an seine Person.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28036694_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)