Volume 1
Forschungen und Erfahrungen 1880-1910 / eine Sammlung ausgewählter Arbeiten von Prof. Dr. Sir Felix Semon.
- Felix Semon
- Date:
- 1912
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Credit: Forschungen und Erfahrungen 1880-1910 / eine Sammlung ausgewählter Arbeiten von Prof. Dr. Sir Felix Semon. Source: Wellcome Collection.
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![II. Ueber die Lähmung der einzelnen Fasergattungen des Nervus laryngeus inferior [recurrens]'). In der mir durch die Giite des Herrn Geh. Hofrats Gerhardt zugegangenen Inauguraldissertation von Paul Duvening („Lähmung der Musculi crico-arytaenoidei postici bei Phthisis pulmonum“. Würzburg, Becker’s Universitäts-Buchdruckerei 1883) findet sich auf S. 7 folgender Passus: „Es ist nun eine von vielen Autoren angeführte Tatsache, dass bei den Paralysen des Recurrens gewöhnlich die Lähmung der Abduktoren zuerst auftritt, und nur im weiteren Verlauf auch die Verengerer mil¬ ergriffen werden, ja dass oft diese bis zu Ende intakt bleiben, und die Paralyse sich auf die M. crico-arytaenoidei postici beschränkt. Auf diese Erscheinung weist auch Schnitzler in seiner Abhandlung: „Ueber doppelseitige Recurrenslähmung“ (Wiener med. Presse. 1882. No. 18) aufs neue hin, publiziert jedoch an dieser Stelle gleichzeitig zwei Fälle von vollkommener Lähmung der Adduktoren bei vollkommenem Intakt¬ bleiben der Abduktoren infolge von Erkrankung der Nervi recurrentes, Fälle, die von grosser Bedeutung sein dürften, da sie die bis dahin allgemein gültige und in letzter Zeit von Semon ausgesprochene An¬ schauung, dass eine solche Lähmung bei Erkrankung der Centralorgane oder des N. recurrens kaum Vorkommen dürfte, als irrig erweist.“ Analysiert man den Inhalt dieses Passus genauer, so ergibt es sich, dass in demselben folgende Behauptungen ausgesprochen sind: 1. Es sei eine „von vielen Autoren angeführte Tatsache“, dass bei den Paralysen des Recurrens die Lähmung der Abduktoren zuerst auftritt. 2. Die Schnitzler’schen zwei* 1) Fälle von vollkommener Lähmung der Adduktoren bei vollkommenem Intaktbleiben der Abduktoren infolge von Erkrankung der Nervi recurrentes seien voraussichtlich von grosser Bedeutung, da sie „erwiesen“, dass die „bis dahin allgemeingiltige“ *) Veröffentlicht in der Berliner klin. Wochenschr. 1883. No. 46 u. ff. 1) Ich will gleich hier bemerken, dass es mir unverständlich ist, dass Dr. Duvening von „zwei“ Fällen spricht. Die Schn itzler’sche Arbeit liegt mir vor, ich finde in ihr nur den einen Fall ausführlich geschildert, auf welchen allein ich im Weiteren zu sprechen kommen werde, und Prof. Schnitzler sagt selbst (Sep.-Abdr. S. 8): „Ich werde von diesen Fällen zunächst nur einen ausführlicher mitteilen, der mir für die uns hier beschäftigende Frage besonders lehrreich erscheint.“](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31359966_0001_0047.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)