Über die Raumwahrnehmungen des Tastsinnes : ein Beitrag zur experimentellen Psychologie / von Victor Henri.
- Victor Henri
- Date:
- 1898
Licence: Public Domain Mark
Credit: Über die Raumwahrnehmungen des Tastsinnes : ein Beitrag zur experimentellen Psychologie / von Victor Henri. Source: Wellcome Collection.
196/248 page 180
![fassen, und die Eiitwiclveliing besteht nur darin, dass diese riiinnlicTie Auffassung iin Laufe der Zeit innner mehr die natürliche Ordnung der Objekte im E,aume wiedergiebt, welcher Entwickelung gewisse Ein- richtungen im Nervensystem: Empfindungskreise (Weuek) oder Lokal- zeichen (Lotze), zu Grunde liegen. Es ist, wie ich glaube, nicht möglich, durch Beobachtungen zu beweisen, dass diese Theorien richtig, bez. falsch sind. Man muss hier diejenigen Theorien als die besten betrachten, welche dem ur- sprünglichen BeAvusstsein am Avenigsten Eigenschaften zuschreil)en, die aber anderseits nicht den Thatsachen Avidersprechen. AVir Averden jetzt sehen, in AvieAveit diese Forderungen von den verschiedenen genetischen Theorien erfüllt sind. § 2. Genetische Theorien. Die genetischen Theorien nehmen an, dass der Tastempfindung des primitiven unentAvickelten BeAvusstseins keine Bäumlichkeit zu- konnnt. Die Tastempfindungen Averden für das BeAvusstsein erst im Laufe der EntAAÜckelung räumlich. Man kann drei Gruppen von genetischen Theorien unterscheiden, je nach der Art, AAue dieselben die Entstehung des räumlichen Momentes erklären. Aj Die Empfindungen des Tast- und Gesichtssinnes haben im primitiven BeAvusstsein (abgesehen von der Dauer) nur eine Intensität und eine Qualität, sie haben noch keine Räumlichkeit; letztere entsteht als Resultat einer geAvissen Kombination dieser an sich unräumlichen Empfindungen. Zu dieser Gru])pe gehören die Theorien von Herjjart, AMlk- MANX und Lipps. Die Theorie von Herijart') ist eine Amvendung seiner meta- physischen jALnschauungen über die Einfachheit der Seele und seiner Theorie der Reproduktion der A^orstellungen. »Die räumliche Auf- fassung liegt nicht in der allerersten, unmittelbaren AVahrnehmung, hier kann sie nicht liegen, denn es ist evident, dass die vollkonmme Intensität des A'orstellens, so lange noch die AMrstellungen in eine 1) Herijart, Psychologie als Atässcnschaft. § 109—116. — Lehrbuch der J’sychologie. 2. Abschnitt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28135520_0196.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


