Loci communes Manlii, das ist: herrliche schöne Historien allerley selten unnd neuwen Exampel, Gleichniss ... gewisse Probkünst der Artzney ... sampt einem historischen nützlichen Calender ... auss dess Herrn Philippi Melanthonis, und anderer gelehrten, fürtrefflichen Männer ... zusammen getragen ... / [Johannes Manlius].
- Manlius, Johannes, active 1562.
- Date:
- 1574
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Credit: Loci communes Manlii, das ist: herrliche schöne Historien allerley selten unnd neuwen Exampel, Gleichniss ... gewisse Probkünst der Artzney ... sampt einem historischen nützlichen Calender ... auss dess Herrn Philippi Melanthonis, und anderer gelehrten, fürtrefflichen Männer ... zusammen getragen ... / [Johannes Manlius]. Source: Wellcome Collection.
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![Hirten Son zu todt / den Schäfer aber treibt er in die flucht. Er war aber hiemit noch nicht al ſtuͤmmes weſen / entſtunde ein neuwer Laͤrmen / dann es lieffen zuſammen mit allerley Wehr die herauß / dieſe that an jm zu rechnen. Er aber / der wol wußt / daß man die Bauren verwuͤten muß laſſen / vnd fich jhrer vnſinnigkeit vnd wuͤten keiner wol vnb ficher vertrauwen darff / wartet / biß fen bleiben / wolt er jhnen gedraͤuwet haben / es wuͤrde nicht geſchehen on verlierung vnd nachtheil pres Leibs vnd Lebens. Wo ihm aber nicht zu glauben ſey / fie vermeynen / erbeut cr fich] mit jhnen fuͤr gie Obrigkeit williglich zu kommen / jhnen eigentlich zu erkuͤndigen / auff daß ſie doch allein keinen freffel an jhm brauchen / vnd jn deß erwuͤrgens vberheben. Wo ſie aber das gentzlich nieht thun wuͤrden / werde es jhn nicht allein zu ſchaden / ſondern jhnen allen zu endtlichem verderben ger reichen. Die Bauwren / ob ſie gleichwol vmb etwas bewegt / von wegen der Herrlichen Tugen⸗ leichtlich abnemmen mochten / daß er eben der ſey / fuͤr welchen er fich außgibt / vnd darumb fic jhn ge Bauweren pflegen zu thun) gefangen vnd gebunden / in die aller nechſte Statt / fuͤr den Ober⸗ ſten. Es waren aber eben dahin ſchon auch etliche deß Fuͤrſten Diener vnnd Reuter kommen / wel⸗ che nach jhm frageten. Vnd als fic ſahen / daß ihr Herr vnd Fuͤrſt / alſo vnbillicher vnd ſchendtli⸗ cher weiß von dieſen Bauwern gefuͤhret ward / haben fie es kaum vnderlaſſen koͤnnen / daß fie nicht mit gewalt vnter die Bauwren gefallen weren. Ja wo ihr Herr vnnd Fuͤrſt das mit ſeiner den. Wie nun dieſer handel / wie er ergangen / vnd wir jhn nach der lenge beſchrieben / eigentlich durch den Fuͤrſten an tag kommen iſt. Da hat man alle die / ſo zu dieſem Moͤrderiſchem fuͤrnem⸗ men raht vnnd that gegeben / nach jhrem verdienſt geſtrafft. Der Schaͤfer iſt vom Leben zum Tod gerichtet worden. Das Moͤrderiſch Hauß iſt verbrannt worden. Vnd die neuwlich in das Hauß verheyrat war / die den Fuͤrſten gewarnet hat / ift bey dem Fuͤrſten / vnd von den ſeinen in groſſen Ehren gehalten / vnnd herrlich begabet worden. Alſo hat Gott dieſen Fuͤrſten erhalten / der wolle jn weiter behuͤten / mit allen tugenden begaben / daß durch fn die Christliche Kirch erbau⸗ wet / vnd das heilig Reich gemehret werde / Amen. | ge Ich hab auff ein zeit durchziehen muͤſſen ein Papiſtiſche Statt / in welcher auch zur Herberg eyngekehret hatte ein Papiſtiſcher Pfaff / mit etlichen Dienern vnd Trabanten. Es war aber dazumal gerad auch da der Graff von Koͤnigſtein / mit ſampt einem gelehrten Mann / der auff meiner ſeiten war. Als wir nun zu nacht mit einander aſſen / ließ ich ein woͤrtlein oder zwey fallen auß den Büchern Homeri / die Odyſſea heiſſen / welches Buch ich dazumal ongefehr in Haͤnden hatte. Das haben deß Pfaffen Trabanten gemercket / vnnd gentzlich ein argwohn auff vns ge⸗ worffen / als weren wir Lutheriſch / Alſo / daß ſie vns auch nach Leib vnd Leben ſtunden. Ja wo der Graff von Koͤnigſtein nicht bep vite geweſen were / fo were es auß mit uns geweſen / Dann er redet mit dem Wirt / er ſolte vns dieſe gange Nacht zu vnterſt in dem Hauß bey dem Galgbrun⸗ nen heimlich auffhalten / vnd deß morgens fruͤe hinweg ſchicken. Alſo gantz vnd gar kan die alte Schlang jhren neidt vnd haſſz wider die Chriſten nicht verbergen. Hergegen aber widerumb cre ſcheinet Gott auch jmmerzu den feinen mit feinem Vaͤtterlichen vnd gnedigen ſchutz vnd ſchirm. Ich weiß einen Pfarrherr in Thuͤringen / nicht weit von Gotha / der hatte ein Mutter / die ein Edel / redlich vnd ehrlich Weib war / welche nahe auff der zeit gieng / daß ſie gebaͤren ſolt. Da fie auff dem Feſt / Marie Himmelfart genannt / an welchem tag man pfleget die Kreuter zu ſuͤg⸗ nen vnnd weyhen / nahe bey dem Altar in der Kirchen ſtunde / vnnd den ſtareken geſchmack der Kreuter ſchmecket / ift ſie in ein ſolche onmacht gefallen / daß ſie von wegen deß falls auff die Erz n dem == — - — T dci uh ql atf LU pon fi Worts | fen | ind fa I bfar ] wenns || fite | T || ain | ech 1 Mon dd, i](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b33550025_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


