Loci communes Manlii, das ist: herrliche schöne Historien allerley selten unnd neuwen Exampel, Gleichniss ... gewisse Probkünst der Artzney ... sampt einem historischen nützlichen Calender ... auss dess Herrn Philippi Melanthonis, und anderer gelehrten, fürtrefflichen Männer ... zusammen getragen ... / [Johannes Manlius].
- Manlius, Johannes, active 1562.
- Date:
- 1574
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Credit: Loci communes Manlii, das ist: herrliche schöne Historien allerley selten unnd neuwen Exampel, Gleichniss ... gewisse Probkünst der Artzney ... sampt einem historischen nützlichen Calender ... auss dess Herrn Philippi Melanthonis, und anderer gelehrten, fürtrefflichen Männer ... zusammen getragen ... / [Johannes Manlius]. Source: Wellcome Collection.
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![ett milk doch Daly I Jan, Vatt ift lich nat alte | yt T i Von der Erſchoͤpffung. 9 ihres verlornen Kindleins Gliedmaſſen im Hafen ſteckend. Da nun die Weiber deßhalben for kochen vollnbracht hetten / fo ſolte ein ſolches Eyß ſeyn worden / daß alle Fruͤchte ſolten erfroren ſeyn. Es hat ein gewaltiger Mann ſeinen Gaͤſten ein Schauwſpiel angerichtet / darinnen hat er herfuͤr laſſen gehen etliche Zäuberifche Weiber / die haben ein groſſes Wetter gemacht / Da das Wetter wider iſt geſtillet worden / ſind ſie auch verſchwunden. a Zu Heydelberg war eines Doctors der heyligen Schrifft Diener / ein guter frommer (th da er wider kam / vnnd nun nicht weit war von Heydelberg / da lieſſe ſich ein Reuter auff ei⸗ nem groſſen vngeheuwrigen Pferde herunter / vnnd ſetzet jhu auff den Gaul / auch wider ſei⸗ nen willen. Da er nun nach dem greiffet / der auff dem Pferde ſaß / auff daß er ſich an jn hielte / vernimpt er / daß er verſchwunden ſey. Alſo bald wirdt er auff dem Pferde allein in aller hoͤhe fo ſchnell daher gefuͤhret / daß er ſchier vmbkommen were. Da er nahe zu der Statt Heydelberg koͤmmet / da wirdt er neben der Brücken herab geworffen / daß er da etliche ſtunden ligt / als ſey er todt. Nach dem er wider zu fich ſelbß koͤmpt / vnd ſich vmbſihet / ſihet er / daß er zu Heydelberg iſt / Da gehet er heim / vnd liget bey einem halben Jar kranck. Das hat er vns ſelbß alſo erzehlet. Im Wleſchland achtet man Aſtronomiam gantz gering / Aber in der Zauberey ſind fie gantz geſchwinde vnnd wol erfahren. Der Bapſt Paulus / der in allen Kuͤnſten der aller be⸗ ruͤhmbſte iſt gewefen befleißt ſich auch in der Zaͤuberey. Derhalben / dieweil er ſich ſo gar hefftig darauff verließ / ſchrieb er einsmals ſeinem Son Aloiſio / daß er fich auff den vnnd den faſt wol / vnd koͤmmet denſelbigen gantzen tag auß ſeinem Schloſſʒ oder Pallaſt nicht. Da es aber nun Abend begunte zu werden / vnnd vermeinet / er ſey der gefaͤhrligkeit entgangen / leßt er ſich auff den Wall tragen / allda Gebaͤuw zu beſichtigen. Seine geſchworne gehen mit jm hinauß / vnd gehen auch wider mit jm hineyn. Da er nun ward in ſeiner Schlafkammer nidergeſetzt / ge⸗ hen ſie zu jhm hineyn / vnnd bringen jhn vmb / hencken jhn bey der Scham zum Fenſter herauß / dann er war ein vnkeuſcher Menſch geweſen. Das kan nicht Aftronomia genennet werden. Der Abt zu Spanheim ift auch ein groſſer Zaͤuberer geweſen / Derſelbige iſt einsmals ge⸗ rheiſet (wie der Priekhamer angezeiget hat) vnd iſt in eine Herberg kommen / da nichts zugerich⸗ tet war / da haben etliche im ſchaͤrtz zu jm geſagt: Gnediger Herr / lieber verſchaffet one ein guts Gerichte von Fiſchen. Er hat nur aus Fenſter geklopfft / von ſtundan iſt einer hineyn kommen mit einer groſſen Schuͤſſel voll geſottener Hechten. Ich hab einen gekennet / mit Namen Fauſtus von Kundlingliſt ein kleines Staͤttlein / nicht weit von meinem Vatterlande) derſelbige / da er zu Crockauw in die Schul gieng / da hatte er die Zauberey gelehrnet / wie man fie dann vor zeiten an dem ort febr gebrauchet / auch oͤffentlich folcbe Kunſt gelehret hat. Er gieng hin vnd wider allenthalben / vnd (aate viel verborgene ding. Er wolt einsmals zu Venedig ein Schauwſpiel anrichten / vnnd fagteler wolt hinauff in Him⸗ it daß er / da er wider auff die Erden kam / vor todt da lag / doch ift cr das mal nicht ge⸗ orben. Vor wenig Jaren iſt derſelbige Johannes Fauſtus / den tag vor ſeinem letzten ende / in ei me / daß er ſo trauwrig were / das er doch ſonſt nit pflegte ( dañ er war ſonſten gar ein vnverſchaͤm̃⸗ ter Vuflat / vnnd fuͤhrete gar vberauß cin Buͤbiſch Leben / alfo] daß er etliche mal ſchier vmbkom⸗ men were / von wegen ſeiner groſſen Hurerey) Da hat er zum Wirt geſagt: Soer etwas in der nacht hoͤren wuͤrde / ſolt er nicht erſchrecken. Vmb Mitternacht iſt im Hauſe ein groſſes getuͤm⸗ mel worden. Deß morgens wolte der Fauſtus nicht auffſtehen. Vnd als es ſchier auff den Mit⸗ tag kam / hat der Wirt etliche Maͤnner zu jm genommen / vnd in die Schlafkammer gegangen / fel das Angeficht auff den Ruͤcken gedraͤhet. Bey feinem Leben hatte er zween Hunde mit jhm B iij lauffen /](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b33550025_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


