Loci communes Manlii, das ist: herrliche schöne Historien allerley selten unnd neuwen Exampel, Gleichniss ... gewisse Probkünst der Artzney ... sampt einem historischen nützlichen Calender ... auss dess Herrn Philippi Melanthonis, und anderer gelehrten, fürtrefflichen Männer ... zusammen getragen ... / [Johannes Manlius].
- Manlius, Johannes, active 1562.
- Date:
- 1574
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Credit: Loci communes Manlii, das ist: herrliche schöne Historien allerley selten unnd neuwen Exampel, Gleichniss ... gewisse Probkünst der Artzney ... sampt einem historischen nützlichen Calender ... auss dess Herrn Philippi Melanthonis, und anderer gelehrten, fürtrefflichen Männer ... zusammen getragen ... / [Johannes Manlius]. Source: Wellcome Collection.
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![bar ſind. Demnach koͤmpt ſie in Zwilling / alsdenn wirdt der Lufft vmb etwas milterer vnnd nannt / iſt man aber nohtwendig viel Regens. Auff daß aber die Fruͤchte moͤgen zeitigen vnnd reiff werden / bedarff man deß trucken vnd heiſſen Wetters / diß wirdt nun gemehrt vnd allermeiſt heiſſeſten vnd truͤckneſten / von wegen der Fruͤchten / daß fie zeitigen. Dann folget der Stier / dann bedarff man aber einer feuchten zeit / wenn die Sonn nemlich in Scorpion gehet. Zu letzt folget on / alsdenn haben wir aber viel feuchts naffs Wetter. Ich hab von einem Doctor gehoͤret / welcher wider die erfahrung der Natuͤrlichen dingen / vnnd wider die ergruͤndung deß Geſtirns / alſo vngeſchickt vnnd vnbeſunnen herauß geplatzet: Ho meine Bauwern die bedoͤrffen keines Calenders / dann ſie wiſſen ſonſt wol / wenn es Winter oder Sommer iſt / Deßgleichen wenn es Abend oder Morgen iſt. Da ſahe mich Doctor Martinus Luther an / dann er beſorget / es wuͤrde jhm auff dieſe vngeſchick⸗ te Wort ein rauhe Antwort von mir werden. Aber ich ſaget nichts anderß / dann diß allein: aber ich hielt inne / daß ich jhm nicht eine raͤuhere Antwort (der er wol were wehrt geweſen) gabe. Es hat aber dieſe meine Antwort Doctor Martinum vnd Doctor Jonam / ſampt vielen andern gelehrten Maͤnnern / zu einem Gelaͤchter vervrſachet / durch das gantze Nachtmal. den hoͤchſten Bergen / vnnd ſonſt an viel mehr vngewoͤhnlichen oͤrtern / daß ſich jedermann darob entſetzet hat. Aber diß hat ſeine natuͤrliche Vrſachen. Dann wo in den Huͤlen deß Erdtreichs ein Kaſt verborgen ligt / da iſt auch allwegen Waſſer darinn / Welches / wann die auch die Waſſerriſſz. Der geſtalt entſpringen auch die Saltzbrunnen / wann das Erdtreich durch ein Erdbidem erzittert vnnd erbibet / Dann an demſelbigen ort ſind die Saltzbrunnen verborgen gelegen / in welchem lange Hoͤlen (gleich wie ein Gehaln oder Keller) ſind. Wann einem andern ort feinen außgang ſuche. Die Saltzbrunnen find eine groſſe Gabe HOT wehrig. | Im 54. Jar finb von Manßfeldt bip in Meiſſen ſolche groſſe Erdbidem geweſen / daß das gantze Meißniſche Land erzittert vnd erſchuͤttert iſt. Wir aber hie auff dieſer ſeiten der Elb haben nichts dergleichen vermerckt. Als vnſer Keyſer Carolus V. im 32. Jar auff den Reichßtag gen Regenſpurg gezo⸗ gen / hat er vnderwegen bey dem Pfaltzgraffen / nahe bey Heydelberg / eyngekehret. Welcher Fuͤrſt ihm ein Gejaͤgt außgeſehen / da hat der Keyſer einen Hirſchen erſehen / dem er auch vnnd leßt den Hirſchen fahren. In dem begibt es ſich weiter / daß er / Carolus nemlich / von dem Roſſßz fiel / ein Schenckel oder Bein dermaſſen zerbrach / daß der Schaden gantz vnnd gar vnheilſam geachtet ward / wo man jhm den Schenckel nieht aller dingen abſchnitt. Die⸗ weil nun die Wundaͤrtzet oder Balbierer aller ding zuruͤßteten die Inſtrument oder Werck⸗ zeug zuwegen ſuchten / vnnd wolten dem Keyſer Carlen ſeinen Schenckel abſchneiden / da iſt Koͤnig Ferdinandus / ſein Bruder / ohngefehr darzwiſchen kommen / vnnd hat den Wundaͤrtzten vnnd Balbierern hoch vnnd theuwer verbotten / ſie ſolten abſtehen / vnnd davon laſſen / Vnnd wo ſie es nicht thun wuͤrden / wolt er die alle hencken laſſen / welche hierzu raht vnnd that gethan. Die Wundaͤrtzt wurden der geſtalt abgeſchreckt. Darnach auß raht deß Ferdinandi iſt der Keyſer Carle in das nechſte Wildbad gezogen / vnd darinn an feinem Schenckel wider heil wor⸗ den. Mit dieſem fall iſt ohn zweiffel ſein letztes alter angezeiget worden. CIE = = . = I xix = 7 Hen bot ju Fin 49 deen ff | geh | [Aud] | dane , | (iibg erfuhr! lm ! Cut | A q \ Get | Jin I 1 p Mta f Kin bord bum | | buta](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b33550025_0040.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


