Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn.
- Fritz Schaudinn
- Date:
- 1899
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Credit: Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn. Source: Wellcome Collection.
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![darauf auch von diesem Autor erkannt und hericlitiijt wurde, indem erden von ihm gegebenen Namen zurückzog (83 a). Wälirend die bisher erwähnten Beobachter eigentlich nur das, was man bei einer obertläclilidien Betrachtung mit dem 3Iikrosko]) sehen kann, mittlieil- ten, hat Gruber (83) genauere Untersucliungen angestellt und eine Reihe That- saclien über die Lebensweise, die Structur der Schale und den Bau des Weich- körpers von Trichosphaerium geliefert, auf die im Laufe dieser Arbeit wiederholt eingegangen werden wird. Gruber sucht die nächsten Verwandten des Trirho- sphnerium nicht bei den Foraminiferen, sondern bei amoebenartigen Organis- men, ja er fand bereits die stäbchenlosen, amoebenähnlichen Stadien von Tri- chosphaeriwn und vermuthete in ihnen Entwickelungsstadien unseres Thieres. Möbius (89) beobachtete in der Kieler Bucht einen Rhizopoden mit Stäb- chenhülle, den er für identisch mit Trichosphaerium siehnkUi hält, obwohl der- selbe einzelne Abweichungen zeigt. Diese beziehen sich namentlich auf die Stäbchen, die bei der Kieler Form organischer Natur sind, nnd auf die Pseu- dopodien, die Möbius nicht als fadenförmig, sondern als »kugelig-lappen- förmige« Plasmafortsätze beschreibt. Dieser Forscher .stellt für Trichosphae- rium eine neue Rhizopodengruppe auf, die er Trichosa nennt und die ein Verbindungsglied zwischen den Amoebaea und Perforata bilden soll. Im Jahre 1892 constatirte Greeff(92), dafs er der erste Beobachter des Trichosphaerium sei (vergl. oben). Seine Behauptung, dafs die Stäbchen der Hülle aus kohlensaurem Kalk bestehen, hält er aufrecht, ohne sie aber zu beweisen; die Pseudopodien sind lang »stäbchenförmig«. Weil Möbius (89) bei seiner Form organische Stäbchen und lappenförmige Pseudopodien an- gibt, hält Greeff dieselbe für eine Varietät der Nordseeform. Noll (92) beschreibt in einer kurzen Notiz die Art der Ausbreitung d(‘r Triehosphaerien an der mit Algen bewachsenen Glaswand eines Acpiariums und die kreisförmigen Frafsstellen in dem Algenlilz. Cher die Organisation gibt er nichts an. Labbe (95) fand unseren Rhizopoden bei Roscolf und beobachtete das Vorkommen von Zooxanthellen im Weichkörper desselben. Hiermit sind die bisherigen Beobachtungen über Trichosphaerium er- schöpft. Dieselben sind sehr unvollständig und einander widersprechend. Über die Lebensgeschichte, die feineren Bauverhältnisse, die Kerne und die chemische Natur der Schale ist nichts hekannt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28081067_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)