Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn.
- Fritz Schaudinn
- Date:
- 1899
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Credit: Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn. Source: Wellcome Collection.
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![loilxMi. l)io Pseu(lopodi(‘nöfl’nunj?en wären viel zu eng, um als Eingangs- pforte für die Fremdkörper zu dienen, welelie man im Innern des AVeieh- körpers ündet, wie schon Gruher richtig erkannt hat. Die hier geschil- derte Nahrungsaufnahme haben aber merkwürdiger Weise di(‘ 'Autoren noch nicht geselnm, obwohl sie in meinen Culturen sehr leicht zu beobachten war, weil sie aufserordentlich langsam erfolgt. Auf Siphoneenrasen findet man z. B. kaum ein Individuum, bei dem nicht ein oder zwei Algenfaden zur Hälfte aus dem Weichkörper noch herausragen: beobachtet man nun das Hineinziehen der Fäden, so kann man oft mehrere Stunden warten, bis sie ganz von der Aufsenwelt verschwunden sind. Um ein so kleines Stück- chen, wie es in Fig. i Taf.II herausragt, ganz hineinzuziehen, braucht das Thier gut eine Stunde. Bei dieser Langsamkeit ist es erklärlich, dafs 7W- chosphuerium meist nur Ptlanzen oder festsitzende Thiere frifst. Bewegliche, wie Infusorien, Flagellaten, Co])epoden u.s.w., kann es nicht fangen. Doch verschmäht es dieselben nicht, wenn man sie ihm todt vorwirft; so habe ich zu bestimmten Zwecken (vergl. das Cajiitel über die Exeretkörner) Tricho- s})haerien nur mit zei-quetschten Copepoden ernährt, und sie gediehen sehr gut dabei. Tridiosphaerium scheint demnach alles zu fressen, was ihm in den Weg kommt. Nachdem wir gesehen, dafs die Pseudopodien nicht bei der Nahrungs- aufnahme behülflich sind, wäre es noch möglich, dafs sie zur Locomotion dienen. Diefs ist aber ebenso wenig der Fall, wie man sich leicht durch die Beobachtung überzeugt. Bei der Bewegung drehen sich die sämmt- liclien Pseudopodien ungestört weiter, und sie doeumentirt sich nur durch langsame Gestaltveränderungen des Körpers. Sie erfolgt durch Vorwärts- lliefsen des Plasmas. Aber wenn die Nahrungsaufnahme schon langsam er- folgte, so kann man die Bewegung als Prototyp der Langsamkeit betrachten. Es ist daher schwer, sie mit dem Auge zu verfolgen; leichter gelingt es mit Hülfe des Zeichenprismas, und habe ich nach vielen Messungen eine Dureh- schnittsgeschwindigkeit von lO ju in der Minute ausgerechnet. Ich kenne keinen Rhizopoden, der ähnlich langsame Bewegungen ausführt. Selbst die ungewöhnlich trägen Labyrinthuleen erreichen eine Durehschnittsgesehwin- digkeit von 20 p in der Minute. Dii'se Trägheit des Trichosphaeriwn ist für das Studium der Lebensge- schichte aufserordentlich günstig, sie ermöglicht es, die verschiedenen Fint- wickelungsstadien gut im Auge zu behalten, erfordert aber auch gröfsere](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28081067_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)