Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn.
- Fritz Schaudinn
- Date:
- 1899
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Credit: Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn. Source: Wellcome Collection.
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![aber die (rebilde sehr von einander verselneden, so dals ieli nicht glaube, dals inan sie in einer Algengattung nnterbringen kann. Fberhaupt sind die nnt(“r dein Namen Zooxonthelld«■ bekannten (rebilde sehr verschiede- ner Natur; daher war es nothwendig, die braunen Zellen von Tru'hosphae- rium genauer zu untersuchen, um zu sehen, ob sie zu bekannten commen- salen Algen Beziehungen auf'weisen. Die braunen Zellen von Irichosphaej'ium, die regellos durch das ganze Plasma zerstreut sind, besitzen einen Durchmesser von 6 —15g und zeigen im Leben eine braune bis braunviolette Farbe. Dieselbe stimmt ziemlich genau mit der Farbe überein, die F. E. Schulze (78) bei den Zooxan- thellen von Hircinia vcn'iabiiis bescliricben hatte, wie ich mich selbst an frischen Hircinien überzeugen konnte.’ Im Übrigen sind die Formen aber nicht identisch, wie aus der folgenden Beschreibung hervorgehen wird. Die Zellen besitzen eine starke, doppelt conturirte Membran, die bei kleineren farblos, bei grofsen leicht bräunlich gefärbt erscheint. Die Mem- bran färbt sich mit Jod und Schwefelsäure blau. In Salzsäure quillt sie stark auf und nimmt bei darauf folgendem Zusatz von Jodjodkalium tief violette Färbung an. In concentrirter Schwefelsäure löst sie sich vollständig. Im polarisirten Licht erscheint sie deutlich doppelt brechend. Bei grofsen Zellen kann man bisweilen eine undeutliche concentrische Schichtung be- obachten. Aus diesen Angaben folgt, dafs die Membran aus Cellulose besteht. Der braune Farbstoff ist an zwei Chromatophoren gebunden, die dicht unter der Membran, fast die ganze Oberfläche der Zelle einnehmend, ge- lagert sind (Fig. 12). Sie haben die Gestalt von zwei Kugelcalotten und lassen nur einen schmalen Ring von farblosem Plasma zwischen sich aul' dem Aequator der Zelle frei. Ihre Abgrenzung gegen das Zellinnere ist wegen des starken Lichtbrechungsvermögens des körnigen Plasmas nicht zu erkennen. Bei Behandlung mit Alkohol wird, wie bei den Zooxanthel- len der Actinien (nach Brandt [83]), zuerst ein rother Farbstoff ausge- zogen, während der zurückbleibende grüne Farbstoff länger der Lösung widersteht. Derartige Chromatophoren sind meines Wissens noch nicht bei Zooxan- thellen beobachtet, obwohl abgegrenzte Farbstoffkörper bei den gelben Zel- ‘ Kine goldgelbe Farbe, wie sie Brandt (a. a. O.) hier beschreibt, habe ich nicht be- obachten können.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28081067_0060.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)