Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn.
- Fritz Schaudinn
- Date:
- 1899
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Credit: Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn. Source: Wellcome Collection.
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![(vergl. >S. 72) zu der Aiinahine veranlafste. dals sie aus einer liesonderen Sul)- stanz bestehe und nicht blols eine Verdiclitung des Liningerüsts darstellt. Dals sie nach Längerer Zeit auch zu Grunde geht, darf inan tlaraus schliefsen, dafs man .später nur noch unverdaubare Nahrungsreste in der Verdauung.s- vacuole vorfindet. e. Die Plasma- und Kernveränderungen während des Verhungerns der Trichosphaerien. In nahrungsarmen Culturen von Trichosphaerien waren mir schon zu Beginn meiner Untersuchungen sehr eigenthümliche Individuen aufgefallen. Das Plasma war sehr rein, frei von Fre'mdkörpern, stark vacuolisirt, und schien bei oberflächlicher Betrachtung nur einen einzigen grofsen Kern zu besitzen, der sich intensiv färben liels. Bei genauerem Zusehen erkannte man aber, dafs der grofse Kern nur eine dichte Zusammenhäufung zahl- reicher winziger Kerne von normaler Structur war. Da ich derartige In- dividuen häufig fand, hielt ich sie anfangs fiir merkwürdige, räthselhafte Vorbereitungsstadien zu irgend einer noch unbekannten Art der Fort])tlan- zung. Erst später fiel mir auf, dafs solche Individuen sich nur in nahrung.s- armen Culturen vorfanden, und kam ich auf die Idee, dals es Ilungerzustände sein könnten, was ich durch das Experiment bestätigen konnte. Ich brachte zahlreiche gut genähi’te Individuen, von deren normaler BeschalFenheit ich mich überzeugt hatte, auf Deckgläsern in reines Meer- wasser und fixirte nun von Tag zu Tag ein Deckglas mit den darauf sitzen- den Thieren. Auf diese Weise konnte ich innerhalb 3 Wochen die in den Figuren 46 — 51 abgebildeten Veränderungen in Folge des Hungers con- statiren. Die er.ste Veränderung gegenüber normalen Thieren besteht darin, dafs am zweiten oder dritten Tage alle Pseudo])odien eingezogen und niidit wieder ausgestreckt werdim. Nachdem die im Weichkörper vorhandenen Xahrungsköcper vollständig verdaut sind, werden die unverdaubaren Nah- rungsreste allmählicli ausgestofsen, bis das Plasma vollkommen von Fremd- körpern befreit ist. Zugleich mit diesen Vorgängen b(>ginnen die Zellkerne sich an einzelnen Stellen zu kleinen Grupjien zusammenzulagern. Die ersten Andeutungen dieser Vorgänge zeigt Fig. 46, welche ein Individuum nach 5 tägigem Hungern darstellt. Nachdem das Plasma ganz rein ge- worden ist. wird dasselbe grob vacuolisirt, und zwar scheint diese Va-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28081067_0086.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)