Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn.
- Fritz Schaudinn
- Date:
- 1899
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Credit: Untersuchungen über den Generationswechsel von Trichosphaerium sieboldi Schn / von Fritz Schaudinn. Source: Wellcome Collection.
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![Trichosphaerium innerhalb der ainoebenartigen Rliizopoden eine genauere Stellung zuzuweisen, ist vor der Hand deshalb unmöglich, weil inan es keiner schon bekannten Form anreihen kann. Die Pseudopodien haben am meisten Ähnlichkeit mit denen der Orlmlinella, die Flntz' beschrieben hat. Doch ist von dieser räthselhaften Form, aufser d('r allgemeinen Gestalt und den Pseudopodien, eigentlich nichts Sicheres bekannt. Man weifs nicht einmal, ob die Schale aus Kieselsäure oder Kalk besteht. Die systematische Stellung dieses Organismus ist natürlich vollständig unsicher, und daher ist diese Form für unsere Frage gar nicht zu verwerthen. Für die Stäbchen- hülle hat man kein Analogon. Gruber fiel die xihnlichkeit auf, welche dieselbe mit dem Besatz von feinen Fortsätzen hat, die Archer bei seinem Diaphorodon mobile abbildet. Doch sollen die kleinen Strahlen, welche sich auf der Oberfläche dieses Rliizopoden befinden, Pseudopodien und keine starren Stäbchen sein. Die Fortpflanzungsverhältnisse M-erden vielleicht später einmal für die systematische Stellung zu verwerthen sein. Vorläufig sind sie es deshalb nicht, weil man bei den meisten Rhizopoden nichts davon weifs; besonders die Gruppe der Amoehaea, die offenbar sehr zusammengewürfelt ist, dürfte zur Zeit morphologisch und entwickelungsgeschichtlich zu wenig erforscht sein, um schon einigermafsen natürlich systematisirt zu werden. Aus diesen Gründen ist es vorläufig unmöglich, Trichosphaerium eine Stellung im System anzuweisen, ohne rein willkürlich zu handeln; Möbius (89), der seine Form auch nirgends unterbringen konnte, hat für sein Tricho- sphaerium eine eigene provisorisclie Gruppe ^^Trichosa<.‘. aufgestellt, die er den Amoehaea coordinirt. Er sagt von derselben, dafs sie unter den Testaceen eine der niedrig- sten Rangstufen in der Nähe der Amoebaeen einnehme, avo sie als ein Verbindungsglied zwischen diesen und den Perforaten anzusprechen Aväre. Die Definition, die Möbius auf Grund seiner Kieler Form gab, müfste nach meinen Untersuchungen erweitert werden; die Stäbchen, die das Hauptmerk- mal dieser Gruppe bilden, sind ja nur einem Zustand des Thieres eigen- thümlich. Es dürfte sich daher nicht sehr empfehlen, gerade den Namen der Gruppe y<Trichosai. nach diesem Merkmal zu Avählen, wie überhaupt die Aufstellung einer besonderen, wenn auch nur jArovisorischen Abtheilung für ' Naturhist. Hefte d. ungar. Nat.-Mus. 1 (mb- nicht zugänglich, vergl. Bütschli [80]). ^ Quart, joiirn. Micr. soc. N. S. IX, vergl. Bütschli (80) Taf. IV Fig. i.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28081067_0089.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)