Lehrbuch der Ohrenheilkunde mit besonderer Rücksicht auf Anatomie und Physiologie / von Josef Gruber.
- Josef Gruber
- Date:
- 1888
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Credit: Lehrbuch der Ohrenheilkunde mit besonderer Rücksicht auf Anatomie und Physiologie / von Josef Gruber. Source: Wellcome Collection.
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![eines eingebogenen Ellipsoids, welche wir bei der Beschreibung des äusseren Gehörganges als innere Oeffnung des letzteren kennen gelernt haben (s. Seite 33). Die innere Wand der Trommelhöhle (s. Fig. 24) gehört dem hinteren Abschnitte der lateralen Fläche des Felsentheiles an, und wurde bereits oben (Seite 11) näher geschildert. Wie aus dieser Beschreibung der Trommelhöhle im macerirten Schläfen- beine zu entnehmen, sind unter den sechs Wänden derselben blos die obere und die untere, und auch diese nur, wenn man von den kleineren Oeffnungen zum Durchtritte der Gefässe und Nerven absieht, vollständig; die übrigen sind durch das Vorhandensein grosser Lücken im macerirten Knochen mehr weniger defect, wodurch die Trommelhöhle mit den an sie grenzenden Hohlräumen in unmittelbarer Communication steht. So mündet in sie: an ihrer vorderen Wand der Can. musculo-tubarius; an ihrer lateralen Wand der äussere Gehörgang; mittelst der an ihrer hinteren Wand befindlichen Oeffnung, welche Oeffnung übrigens mehr an der Grenze der inneren und hinteren Wand liegt, steht sie mit den Zellen des Warzenfortsatzes (s. Seite 13) in Communication; und durch die an ihrer medialen Wand befindlichen zwei grösseren Oeffnungen (ovales und rundes Fenster) communicirt sie im macerirten Schläfenbeine mit den Hohlräumen des Labyrinthes. Für die Bedürfnisse der Praxis ist es nöthig, die verschiedenen Durchmesser der Trommelhöhle, sowie die Entfernungen ihrer einzelnen Theile von einander zu kennen. Als der grösste Durchmesser erscheint die Verbindungslinie von der Trommel - höhlenöffnung der Tuba Eustachi] (vordere Wand) bis zum Eingange in die Warzenzellen (hintere Wand). Nach v. Tröltsch beträgt derselbe 13 mm. Die Höhe der Trommel- höhle, d. i. die senkrechte Linie, welche die obere mit der unteren Wand verbindet, muss bei der gegen die Trommelhöhle hin gerichteten coneaven Fläche dieser Wände verschieden sein, je nachdem man die Messung gerade im Centraltheile der Trommel- höhle, oder mehr gegen ihre vordere oder hintere Wand vornimmt. So beträgt nach demselben Autor die Höhe in der Nähe des Ostium tympanicum tubae 5—8 mm; in der Mitte, ungefähr in der Gegend des Hammers, 15 mm. Das niedrigste Mass bietet der Tiefendurchmesser, d. i. der Abstand des Trommelfelles (äussere Wand) von der inneren Wand der Trommelhöhle, sie beträgt an der Tubenmündung 3—4l/2 mm; an dem convexesten Theile des Trommelfelles, d. i. am Ende des Hammergriffes, wo das Trommelfell am allernächsten der inneren Wand liegt, 2 mm. Von der convexesten Stelle des Promontoriums zum Trommelfell gemessen, gibt der Abstand 2'/2 mm; der- jenige zwischen der grössten Wölbung des Hammerkopfes und der inneren Wand der Trommelhöhle misst 2*/4—3 mm. Hier dürfte es am Platze sein, die zuerst von Hyrtl („Ueber spontane Dehiscenz des Tegmen tympani und der Cellulae mastoideae. Sitzungsberichte der mathematisch- naturwissenschaftlichen Classe der kais. Akademie der Wissenschaften, XXX. Bd., Nr. 16, S. 273, Wien, 1858) als „spontane Dehiscenz beschriebenen Lücken am Schläfenbeine zu erwähnen. Sie finden sich als einfache oder mehrfache Lücken von verschiedener Form und Umfang vor, und zwar am allerhäufigsten am Tegmen tympani, welchem zunächst die den Sulcus jug. zeigende Partie des Fundus tympani und dann die Lamelle, welche den Sulc. sigmoideus gegen die Warzenzellen begrenzt, als Praedi- lectionsstellen dieser Dehiscenzen erscheinen. Sehr selten trifft man sie an der gegen die Trommelhöhle gerichteten hinteren Wand des Can. caroticus. Ihr Zustandekommen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21055518_0063.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


