Untersuchungen zur vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere / von Carl Gegenbaur. 3. Heft., Das Kopfskelet der Selachier : ein Beitrag zur Erkenntniss der Genese des Kopfskeletes der Wirbelthiere.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1872
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Credit: Untersuchungen zur vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere / von Carl Gegenbaur. 3. Heft., Das Kopfskelet der Selachier : ein Beitrag zur Erkenntniss der Genese des Kopfskeletes der Wirbelthiere. Source: Wellcome Collection.
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![nur die unteren besitzen noch ein ansehnliches Volum. Weniger sind diese bei Heptanchus ausgeprägt. Bei den Rochen sind diese Bogen vermisst worden. Ich finde aber Ru- dimente der ventralen Bogen bei Rhynchobatus. Sie liegen an der Verbindung der unteren Mittelglieder der Bogen mit den Copularien, und zwar bestehen jederseits vier kleine längliche Knorpelchen (Taf. XIV, Fig. 1 ßq) für die vier ersten Kiemenbogen. Auch dem Zungenbeinbogen kommt ein solches zu, es ist grösser als die anderen und läuft in einen vorwärts und auswärts gerichteten Fortsatz aus. Auch bei Trygon sind solch’ kleine sehr ungleich entwickelte Knorpel- chen vorhanden. Agassiz*) hat sie abgebildet, ohne sie zu deuten. Ueber die Bedeutung dieser Skelettheile ist von Cu vier die Meinung geäussert worden, dass die oberen den Rippen, die unteren den Sternocostal- stücken entsprächen. Es ist nicht nöthig, dieser Vergleichung mit grossem Apparate entgegen zu treten, denn sie widerlegt sich durch die oberflächliche Lagerung, wie durch den Mangel der Continuität der oberen und der unteren Stücke. Wenn aber Cu vier ferner bemerkt, dass in dem äusseren Bogensystem eine Uebereinstimmung mit dem Kiemenskelete der Petromyzonten gefunden werden könnte, so wird dem nur beizustimmen sein. Zwar fehlen die vermitteln- den Formen, durch deren Kenntniss eine Feststellung jener Beziehung möglich wäre, aber in der Lagerung und der Anordnung der Knorpel, besonders aber in der dorsalen Verbindung der Knorpel (bei Cestracion) ergibt sich so viel des Verwandtschaftlichen, dass in diesen äusseren Kiemenbogen der Selachier ein von einer den Selachiern und Cyclostomen gemeinsamen Stammform ererbter Theil des Skeletes gesehen werden kann. Die Veränderungen dieses Theiles sind aber offenbar nach zwei divergenten Richtungen vor sich gegangen, so dass von dem vorausgesetzten Gemeinsamen nur Einzelnes sich erhielt. Dass nur die Haie die entwickeltere Form, wenn auch nur in einigen Gattungen besitzen, während bei den meisten Rückbildungen bestehen, dass ferner bei den Rochen nur in wenigen Gattungen (Rhynchobatus, Trygon) Rudimente des Bogensystems Vorkommen, indess die anderen auch dieser entbehren: diess ist wieder für die Stellung der Selachier zu den Ganoiden und Teleostiern bemer- kenswert]!. Indem den Selachiern eine Anzahl zuweilen sehr ansehnlicher Ske- lettheile zukommt, die auf verwandtschaftliche Beziehungen zu den Cyclostomen schliessen lassen, wird dieses Verhältniss da als ein entfernteres sich darstel- len, wo von jenem Skelete keine Spur existirt. In diesem Falle sind die leben- l) Poissons fossües, Vol. III, Taf. H, Fig. 1.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22289021_0182.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)