Licence: In copyright
Credit: Bad und Badewesen im Talmud / von Samuel Krauss. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The University of Glasgow Library. The original may be consulted at The University of Glasgow Library.
11/68 (page 9)
![Versicherung, dass dieses ganze Tauchbad nur des Talmuds d. i. des Lernens wegen vorgeschrieben worden ist'). Das Tauch- bad nach der Kohabitation wurde übrigens im 2. Jh. von R. Juda b. Bathyra, mit der Begründung, dass Thora-Worte, gleich- wie das Feuer, der Verunreinigung nicht unterworfen seien, für unnötiff erklärt, und die Eemonstrationen anderer Lehrer halfen dagegen nichts'-); nur einzelne Rigorosen übten beide Tauchbäder noch fernerhin, ebenso wie es einzelne Asketen waren, die auch andere Art Bäder nahmen. So erzählt Josephus von sich, dass er mit seinem Lehrer Bannos Tag und Nacht kalte Bäder nahm 3). Mit den Taufen Johannes des Täufers hat es dieselbe Bewandt- nis, und von Stephanus, dem Protomartyr, wird berichtet, er habe keine warmen Bäder genommen. Wenn es auch Josephus in diesem Falle und in der Schilderung der Essener nicht ausdrücklich gesagt hätte, dass das Baden in kaltem Wasser vor sich ging, hätten wir es an- genommen schon vermöge des asketischen Charakters dieser ganzen Lebensweise. Auch die Rabbinen, die von den bereits erörterten Tauchbädern nach der ejaculatio involuntaria und nach der Kohabitation sprechen, meinen durchaus ein kaltes Bad, wie überhaupt der Begriff Tauchen n'7''3D) in rituellem Sinne sich wol nur auf ein kaltes Bad bezieht. Man absolvierte dieses Baden in der primitivsten und natürlichsten Weise der Welt, wofür ein Vorfall, der im Talmud erzählt wird, als Illu- stration dienen kann. R. Juda [b. Illai] (2 Jh.), der von einer solchen Pollution einmal behaftet war, ging am Flusse einher; seine Schüler wollten, da wirkliches Thora-Studium in dieser Verfassung unstatthaft ist, Dinge des Anstandes (pN in)*) von ihm hören, allein R. Juda warf sich vorher in den Fluss, nahm ein Tauchbad und lehrte selbst diese Materie erst hernach 5). Auch für die menstruierende und jede blutende Frau, ferner die Wöchnerin nach Beendigung des Wochenbettes, für die zwar ^) b. Berach. 22 a. ') Vita c. 2 ^/^v^Q(T vSari rrjv rjfii^av xai rrjv vvma noXlixi? kovö- fievov nq'o? dyvetav. Dor Zusatz „wegen Heiligkeit entspricht dem Sinne nach dem rabbinischen niünei mrrts M. Sota 9,15; niicnB mna M. Tohar. 4,12. ) S. meine Ausführungen in REJ 36,37. ) b. Berach, 22 a. *) Vgl. b. A. Zara 76b und die Ritualcodices.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2145081x_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)