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Credit: Bad und Badewesen im Talmud / von Samuel Krauss. Source: Wellcome Collection.
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![doch hat sich der Aussätzige bereits am Abend vorher in „le- bendem oder „fliesseudem Wasser, d. i. in Quellen und Flüssen, den natürlichen Bädern, gebadet. Eine Badevorrichtung gab es ferner auf dem Ölberge i), und es besteht die Möglichkeit, dass sie unterirdisch mit dem Siloa-Quell in Verbindung stand. Damit kommen wir zu den Badegelegenheiten, insoferne dieselben auf natürlichem Wege sich vou selbst darbieten. 1. Quellen (mJyD)2). Wegen seiner Wichtigkeit für Jeru- salem und geschichtlich steht hier obenan die Siloa-Quelle. Darin befahl Jesu den von ihm geheilten Blinden die Augen zu waschen [viipeiv): hier findet sich nämlich ein Platz zum Waschen, Baden oder Untertauchen [■xoXvfjoß-^d-qa)'^), und wurde dieser Ort seitdem sehr berühmt. — Uber die Lage von Siloa s. die topographischen Beschreibungen von Jerusalem'^). Durch Aus- grabungen hat man hier in der Tat Reste einer Bäderanlage, wol aus herodianischer Zeit herrührend, gefunden, s. Baedeker, Pal. und Syrien, 6. Aufl., Leipz. 1904, S. 75. Die Rabbinen aber kannten ein Tauchbad im Siloa-Quell nur noch als Ideal, als etwas, das der Wirklichkeit entrückt ist 5); dies macht wahr- müssen nach biblischer Vorschrift in „lebendem Wasser (□'»n d'D Lev. 14,5) ein Tauchbad nehmen. Vgl. Midr. Tehülim zu 104,9 (p. 442 ed. Buber), wo zu den Worten c'rnji DU'yn rhwrin R. Isma'el bemerkt: □»'jaiair niNiipD iSn D'VJJ cna usw., vgl. Jalkut Psalm § 862. *) M. Para 3,7 di» rrn n'j'au n'ai bei den Agenden der „roten Kuh; in T. 3,9 p. 632 Z. 23 phn m n'?'aan n'ai nnanyDi nn'j Dipo mit der Begrün- dung Dinnn nnp 'jse. Vgl. dazu M. Para 3,2, T. 3,2 p. 631 Z. 31, wo man sieht, dass die unterirdischen Gänge bis zur Quelle Siloa führten. Von der „Quelle als Bad ist im Traktate Mikwaoth viel die Rede. Ib. 5,5: niips i'eouni ]<j;ß3 \<hnm, fliessende Wasser gehören zur Kategorie „Quell, tropfende Wasser zur Kategorie Mikwa. Ib. gleich die Rede von at und nsT. Wichtig auch T. Mikw. 1,14 p. 653. T. Fara 5,9 p. 635 Z. 5 TWKth mrn pyo eine Quelle, die in eine Senkung fliesst; vgl. Zef. 1,11 tffn:ön. Joh. 9,7. Vgl. die noXvfiß'd-ga von Bethesda, ib. 5,2. Auch das heisse Wasserbad innerhalb einer Badeanstalt nennt Dio Cassius 55,7 xolvfißTjdgav d-e^ftov vSaros; 8. darüber Becker-Göll, Gallus, Berlin 1882, III, 138. ^) S. Zeitschr. d. Deutsch. Palästin a-Vereins (—ZDPV) 5,205f. j. Taan. 2,1 f. 65 a z. 70 in mhw »an h^m ''Bn dto h\s n>3 pii'n n»n< on n^efny mna ih ]'k n>m»i2 'oa; vgl. Threni Rabba zu 3,40 (u>5m niffonj), wo gleichfalls n»ir»n3 'd, sonst aber lautet der Midrasch mehr wie die Talmud- Stelle in b. Taan. IG», wo dafür ahvjzm niB'o b steht; an beiden Stellen fehlt die Erwähnung des Siloa.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2145081x_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)