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Credit: Bad und Badewesen im Talmud / von Samuel Krauss. Source: Wellcome Collection.
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![auch unverständlich wunderliche Anekdote erhalten hat i). R. Ehezer (ben Hyrkanos), R. Josua b. Chananja u. R. 'Akiba baden (^no NHd) im öffentlichen Bad (j''DiDn) zu Tiberias; ein Ketzer (aram. J'd) hält sie mittels einer Beschwörungsformel in der Wölbung (nD''D) fest, was ihm R. Josua so vergilt, dass der Ketzer, als er hinausgehen wollte, in dem Tore (nvir) festge- halten wurde; die Leute aber, die aus- und eingehen wollten, versetzten ihm Brust- und Rückenstösse, so dass der Ketzer um die Lösung des Bannes bitten musste, was nun gegenseitig geschieht. Noch zuletzt sucht der Ketzer noch im Meere (Ti- berias-See) seinen Zauber geltend zu machen, wobei er aber zugrunde geht. — Das Wort drjfioöia beweist bereits, dass das tiberiensische Bad ganz römisch eingerichtet war; ferner er- fahren wir, dass sich mehrere Männer, auch solche verschiedener Konfession — der Ketzer dürfte ein Judenchrist gewesen sein — auf einmal, und in recht grosser Anzahl, wie die Stösse in der Türe dartun, baden. — Der inneren Verwandtschaft wegen stellen wir den folgenden späteren Vorfall hierher, dessen Be- ginn ganz so lautet: Der Patriarch R. Judan (Juda III.) und R. Ramuel b. Nahman baden (tid) in dem öffentlichen Bad (pD'on) von Tiberias; ein Badedaemon (DnD''JJN) belustigt sie und flösst ihnen, den Schwerbetrübten, Mut ein, mit dem Hin- weise, dass Gott bereit sei, ihnen zuliebe Wunder zu tun, oder wie sonst der Sinn der dunklen Stelle sein mag. Im Verlaufe der Erzählung heisst es, dass das Badehaus 1. ^2} in Paneas auf [Befehl des Kaisers Diocletian] sieben Tage und sieben Nächte geheizt wurde (nin), [ohne dass den Rabbinen ein Schaden geschehen wäre?]2). Wir erfahren nebenbei, dass es auch in Paneas ein Warmbad gegeben, und sollten sich die Rabbinen, ehe sie zum Kaiser vorgelassen wurden, in dem sieben ') Gen. R. ib. jinoi i'sjji jin'mp runoi po'JonN in Sym. Es ist nicht der ihnen dienstbare 'n aus dem Bade in Tiberias, sondern ein anderer in Pa- neas, wo wir wieder sehen, dass der 'n zur ständigen Einrichtung eines Bades gehörte. Über jiq — kaltes Wasser zuschütten — s. w. unten. ') j. Sebiith 9,1 f. 38^ Z. 49 «n-a 'nn na sn; Parallelstellen Gen. R. 79, Midr. Kohel. 10,8 (wo ipim »id steht), Midr. Esther 1,9, b. Sabb. 33b, (allgemein «a). Am richtigsten Pesikta 88 b ^,pB Quell von Tiberias. S. Neobauer, G^ogr. p. 211; Graetz, a. a. 0. 181 f. Ungenau Uechent. a. a. 0. S. 181, der von einer „Lustration der Stadt spricht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2145081x_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)