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Credit: Bad und Badewesen im Talmud / von Samuel Krauss. Source: Wellcome Collection.
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![Tage (nach der Parallelstelle 3 Tage) geheizten Bade, das ver- möge dieser Hitze gewiss gefährlich war, baden, und es hat wiederum so ein „Dämon bewerkstelligt, dass ihnen in dem Heissbade nichts geschah*). Die Anekdote beweist ferner, •dass das Bad von Tiberias im Ausgange des 3. Jahrhunderts in vollem Betriebe war, wie gar nicht anders zu erwarten. Für die Geschichte von Tiberias und somit auch des Bades ist das Verhalten des R. Simon b. Johai (2. Jhr.). von ^Tosser Wichtigkeit. Dieser Mann, der die Römer genau kannte und auch deren Badepolitik abfällig beurteilte, musste sich vor den Römern 13 Jahre in einer Höhle ver- borgen halten, und als er danach seine zerrüttete Gesundheit herstellen wollte, badete er zunächst in den Bädern (|''DlD''n) von Tiberias, und aus Dankbarkeit gegen den heilbringenden Ort, den viele Fromme wegen dort begrabener Leichen für levitisch un- rein halten und darum meiden mochten, nahm er eine genaue Prüfung der Sache vor und erklärte die Stadt für rein. Es lässt sich denken, dass bei den damaligen Anschauungen der Juden dieser generöse Akt für das Bad von den besten Folgen begleitet war. In dem Falle des Johannes von Gisjhala und des R. Simon b. Jochai erscheint uns das Wasser entschieden als heilkräftig. Natürlich badeten sich darin viele bloss aus Lust oder rituell. Alle diese Fälle sind vorgesehen in der folgenden für Sabbat geltenden halachischen Bestimmung, die in ihrer ganzen Aus- dehnung zu unserem Thema gehört: „Man darf (obzwar sonst jede Handlung zur Heilung am Sabbat verboten ist) Mist- und Baum-Wasser 1) trinken und darin Gesicht, Hände und Füsse waschen, nicht aber den SandaP); R. Jochanan der Sandalar er- ') ]npn 'Dl i'bt '0, statt letzteres (auch M. Sabb. 14,3) sagt man auch yhpi »o (b. Sabb. 110»), doch gibt der babyl. Talmud ausser dem Ausdruck auch noch abweichende Erklärungen, was für die Bestimmung der Realien immer schlimm ist. Es sollen zwei Arten Dattelbäume in Pal. sein, die [wenn bin eingestochen? und darum -ipi?) Wasser von sich gaben, die die Entleerung befördern; nach der Milna ib. trinkt man es jedoch wa)th, d. i. als kühlen- des Getränk. S. auch Levy 1,421. ') Weil das ätzende Wasser für das Leder wahrscheinlich eine Art Oerben wäre. Vgl. was d(^r Araber Istachri (10. Jh.) von den Thermen von Tiberias sagt; dio Quellen seien so warm, dass Felle, die man in der Stadt hineinwerfe, noch kahl werden (mitgeteilt in ZDPV 7,185).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2145081x_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)