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Credit: Bad und Badewesen im Talmud / von Samuel Krauss. Source: Wellcome Collection.
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![warmes, nur war das warme Bassin mehr der Sehluss des Badens. In grösseren Badeanstalten römischen Systems lag das kalte Bassin {piscina, auch cisterna und haptisierium genannt) in dem Frigidariurai). Das Wort }''pD''D piscina (Lehnwörter 2, 450) bedeutet bei den Rabbinen nur Fischteich, erweist also die Existenz eines solchen kalten Bassins nicht. Die Bade- wanne, die die Rabbinen so häufig ^üDDN sfji>ßaTtj nennen 2), ent- spricht jedenfalls dem, was die Römer in ihrem Kaldarium hatten, etwa dem alveus. Ausdrücklich wird dieser Badewanne einmal das Epitheton „siedend beigelegt in folgendem als Gleichnis angeführten Falle: Die Embate war so heiss, dass kein Mensch hineinsteigen (1') konnte; da kam irgend ein Gewaltmensch (^yt>3 p), sprang hinein {y^p), verbrannte sich zwar, aber damit hat er sie bereits für andere abgekühlt (i''pn) ^). Erst dadurch gelangen wir dazu, das jüdische „Embate mit einem der Teile des römischen Kaldarium zu identifizieren; das Kaldarium ent- hielt nämlich in einer Nische [laconicum) •*) das lahrum] am anderen Ende, gewöhnlich viereckig, das grössere Becken (den alveus), mit welchem ''DDaN, das als gross bezeichnet wird, identifiziert werden muss, welches demnach nicht „Kaltwasser+ bad genannt werden kaun^), sondern war es gerade das warme Bad. Die Misna unterscheidet zwar „grosse und „kleine Embate^), aber selbst dort, wo sie es tut, handelt es sich darum, ») Becker-Göll, Gallus III, 119. ■) S. Lehnw. 2,59. Ich glaube ib. iußaz)] im Sinne von solium halnei (vgl. solio auch 'Aruch. I, 112) genügend belegt zu haben, so dass der Umstand, dass bei Griechen Iovttjq, nvclog, sfißaaig (bei Homer daä/j.tv&oi) dafür vorkommt, nicht bedenklich ist, vgl. Preuss a. a. 0. S. 11. Die □»'jbd b. B. Bathra 67b, die Preuss im Sinne von Badewanne auffasst, haben wir oben als Kessel erkannt. '■') Pesikta di R. Kahana ed. Buber p. 27», vgl. Pesikta R. c. 12 p. 52» ed. Priedm., wo der Ausdruck TBsn u. nsina nmi h^n ins td, s. auch Rasi zu Deut. 25,18. ■*) Nach neuerer Ansicht ist laconicum, das Schwitzbad, ein eigenes Gemach im Badehause. So findet man es bei Rieh, Illustr. Wörterbuch der röm. Altertümer, deutsch von C. Müller, Paris u. Leipzig 1862, s. v. balineae; vgl. dagegen Becker-Göll a. a. 0. S. 125 und Overbeck S. 209. ') „Wer durch ein Gelübde sich des Genusses von seinem Nächsten begibt . . ., darf sich mit ihm baden in einer grossen, nicht aber in einer kleinen Embate. Vgl. noch Mikw. 6,10 und M. Makhä. 2,5.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2145081x_0043.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)