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Credit: Bad und Badewesen im Talmud / von Samuel Krauss. Source: Wellcome Collection.
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![lichem Schlaf aui Morgen ungewaschene Hand zum Auge zu füliren, hielt man für gefährlich, und so wurde des Morgens ein dreimaliges Händewaschen gefordert, wie es bis auf den heutigen Tag im jüdischen Hause Gesetz geblieben isti); doch wird als Begründung das anständige Erscheinen vor Gott nicht minder aufgeführt2). Das abendliche Waschen von Händen und Füssen hat seinen Grund, ausser der Wohltat des Waschens selbst, wol darin, dass Hände und Füsse durch die Tagesarbeit schmutzig geworden • sind, wie wir in der Tat hören, dass nach beendeter Feldarbeit man am Abend kaum erwartete, sich vom Schmutz reinigen zu können3). Man hatte für die Fuss- waschuug, wie es scheint, eine eigene Wanne (□^'7J~in n3''iy)'*) in der Haushaltung. aus Unachtsamkeit, s. Bikduke Sopherim z. St. und was am Margo der Talmud-Ausgaben bemerkt ist; doch ist ein Verweis auf 'Aruch nicht be- weisend, weil R. Nathan den aramäischen, nicht den thannaitischen Satz an- führen kann). Zu dem Worte: „Ein Tropfen Kaltes bemerkt Rasi: „in das Auge zu geben ; aber so enge ist das Wort nicht zu fassen, sondern als Waschen des Gesichtes, wenn auch zunächst um die Augen herum, zu ver- stehen, was im Verhältnis zu „Händen und Füssen am Abend noch immer nur ein „Tropfen ist. Aus dem bestimmten Anlasse heraus wird in diesem Satze nur vom Waschen des Gesichts, nicht auch der Hände, gesprochen, allein unmittelbar darauf (ib. 109* oben) wird auch von dem Waschen, und zwar dreimaligem Waschen der Hände des Morgens gesprochen. Gewiss aus dem Leben heraus stammt der Umstand, dass des Morgens kaltes, des Abends warmes Wasser erwähnt wird; des Morgens nämlich, wo die nächt- liche Unreinheit auf dem Menschen haftet, wartete der fromme Jude nicht erst auf das Wärmen von Wasser, sondern wusch sich sofort im kalten Wasser. Auch die yhva d'D, mit denen man Gesicht, Hände und Füsse nicht waschen soll, wenn man einen Ritz (nbtd s. Lehnwörter) an den Körper- teilen hat (T. Terumoth 7,14 p. 38), setzen kaltes Wasser voraus. *) i. Sabb. 109» Barajtha mit Ausspruch R. Nathans in der witzig poetischen Wendung: 'i; rnapoi it n'h )>nn nn „sie (der nächtliche Geist der Unreinheit) ist eine Fürstentochter (nn ist weiblich!) und so kapriziert sie sich nicht anders wegzugehen, als wenn man dreimal die Hände gewaschen hat. In letzter Reihe s. Schulchan 'Aruch 'Orach Chajjim § 4 Absatz 2. ') Bar. b. Sabb. 50'' jjip b>2S)2, und gewiss so gemeint auch T. ße- racb. 4,1 p. 9 'ir monv nh; vgl. Maimüni, Eilchoth Thefillah IV. •'] b. Beza IS^ (R. Nachman b. Isaak, ein Babylonier): Manchmal kommt der Mensch mit Kot und Schmutz besudelt vom Felde nach Hause, und 80 wäscht er sich auch in der Regenzeit (wenn nicht anders möglich, auch im schmutzigen Wasser). *) M. Jadajim 4,1 (die Worte R. 'Akibas: neiss D'Sjin ns'iv, scheinen 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2145081x_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)