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Credit: Bad und Badewesen im Talmud / von Samuel Krauss. Source: Wellcome Collection.
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![unmittelbar von den weichgewordenen Oliven aus, die man zu diesem Zwecke an den Eingängen der Badehäuser feilbot»), wie denn überhaupt allerlei Krämerbuden mit Esswaren und Bade- requisiten im Badehause selbst oder hart an demselben sich be- fanden 2). So konnte man auch Öl im Badehause kaufen^), oder man bringt es, und zwar in sogenannten „galiläischen Krügen, mit-»), was auch durch den Sklaven geschehen konnte. Das Ge- fäss, worin das Öl im Bade benützt wurde, heisst auch „Flasche (aram. Nn'm^SJ)^), wahrscheinlich dem entsprechend, was die Griechen Älahastron nannten6). Bevor man sich damit einreibt, ') o-rhm D'n'T T. A. Zara 4,8 p. 466 Z. 26. Vgl. zu diesem Punkte überhaupt die schöne Studie von F. Goldmann, Der ölbau in Palästina in MGWJ .^1. Jhg. 1907, besonders das Kapitel „Öl als Salb- mittel S. 129 — 134. Jene weichen Oliven wurden mit Essig übergössen, damit sie ihre Kerne absondern (T. ib.). Vgl. zu dieser primitiven Art der Benutzung des Öles : M. Maas. 4,1 ntP2 hy D<nn Dmon. ^) DasB man Warmwasser im Bade trank, hatten wir schon oben S. 5. Ein wunderliches Rezept wird mitgeteilt in b. A. Zara 38b: „Man nimmt Eppich-Samen (s. J. Low, Aram. Pflanzennamen S. 225 s. v. ndb-i;), Flachs- Samen und Samen von foenum graecum (J. Low S. 316 s. v. Nn^'^jaic), lässt sie zusammen in lauem Wasser weichen, so lange, bis sie zu spriessen an- fangen, dann füllt man neue Fässer mit Wasser an, weicht darin einen Kloss Erde, fügt (jene Sämereien) damit zusammen, trägts in das Badehaus, nnd wenn die Leute hinausgehen, hat das Ding bereits Sprösslinge getrieben, man isst davon und wird abgekühlt vom Scheitel bis zur Sohle. — Nach Kohel. E. 5,10 (zu nnian nma) waren im Bade von Gadara immer viel Speisen (j'Jitd) vorrätig wegen des zahlreichen Besuches, dessen sich das Bad erfreute, und so brachte man Waren zu kaufen und zu verkaufen. — R. Samuel b. Nathan erzählt im Namen Chama b. Chaninas: Ich und mein Vater gingen in die Thermen von Gadara, dort setzte man uns Eier vor so klein wie jmtin (eine Art Äpfel) und sie schmeckten gut wie Zucker- backwerk fj. Sabb. 3,1 f. 5d Z. 32 u. j. Terum. 2,2, 41c Z. 56; ib. 41b Z. 27 j'poi'jp d. i, Weissbrote). — Nach Martial (12,19) ass man Lattich, Eier und Seefische in den Thermen. Speisewirtschaften gab es überall um die Bäder herum (popinae, s. Gallus III, 156; Marquardt, Privatleben der Römer, 2. Aufl., S. 269 f.; Pauly-Wissowa R. E. col. 2758; Dechent in ZDPV 7,189). ') T. Kelim b. mez. 10,4 p. 588 Z. 34 ymna joir .TVj; ;n:iD» n3»n. *) T. Kelim b. kama 2,9 p. 571 Z. 15 yh^h^n )«36n usw. Wie hier t''ii3, so auch T. Sabb. 16,17 p. 136 Z. 2: „Der Mensch darf [am Sabbat] viel Öl und viel Ölwein (d'bji'jn = otväv&ri s. Lehnw. 2,52) in das Bad tragen; salbt {-[o) sich seinen Körper ganz und reibt den Körper ganz ab (n«:pa s. oben) ohne Angst. ») j. Sebiith 8,1 f. 38 a Z. 26, vgl. j. Sabb. 3,4 f. 6 a Z. 52. •) LXX übersetzen nrh^t II. Kön. 21,13 mit ötXdtßaaTpo;, s. dazu Cnl-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2145081x_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)