Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon oder Erklärung des Ursprungs ... Physiologie der Sprache / von Ludwig August Kraus.
- Kraus, Ludwig August, 1777-1845.
- Date:
- 1844
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Credit: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon oder Erklärung des Ursprungs ... Physiologie der Sprache / von Ludwig August Kraus. Source: Wellcome Collection.
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![Acdoeopsophia Aeg’is dieses, weil Aetius (Tetrabibi. II, 4, /4.) das Wort erklärt: iov TtVtVjitmos £ x (fv o Tj o i g (wie der gelehrte Kühn gewiss sehr richtig lies’t statt £ vl cpvyo ( c) ()ia tov yvvutTuiov atd'otov. — Ei /nev ovv to nvtvjna ev iw xotÄMfivtTi <ii)g voregag ovve&Qoto/ierov, nagtnov- 'ica (joQßoQvyfioi nat ipoipot uv eg ai- vdljTOl £P Taig yiUTUK)jO£CilV, OV TQ0710V y.cmi TMV £VT£QWV, £7iftd'av GTQOffOg Hti~ ralaßt], = Wenn in der Höhle des Uterus sich halft sammelt, so entsteht ein Kollern und ein merklicher Abgang von Blähungen aus der Mut- terscheide, nach Art der Darmblähungen. AedoeopsopMa, 1. Tympanites uteri, Physometra, die Mutterwind sucht, Gebärmuttertrommelsucht, Auftreibung der Gebärmutter durch Luft mit zuwei- len hörbarem Abgänge der Luft durch die Va gina;— 2. ein hörbarer Abgang von Luft aus der männlichen (od. weiblichen) Harnröhre; v. Aedoeon u. Psophos. Aedoeorrhaplie, Aedoeorrhaph i.a, die Schaamnath , sollte Fricke Episiorrlia- phia eigentl. heissen, wenn man der nach mei- ner Ueberzeugung durchaus unnöthigen und un- nützen , ja schädlichen Operation einen Namen geben will. Von Aedoeon u. Rliaphe. Vgl. Epi- siorrhaphia und Kraus’s Wissenschaft!. Ileilmit- teilehre, S. 57 u. 355. aedoeos , utdoiog, verschämt, schaamhaft; beschämend, Schaam erregend; etwas, wovor man sich schämen muss, wie die Schaamtheile; s. Aedös. Aedoeoscc&psa, Investigatio puden- dorum, die Untersuchung der Schaam- theile (in Hinsicht auf Krankheiten, Mann- barkeit, Schwangerschaften usw.); v. Ae- doeon und Scope. Aedoeotome, Aedoeotomia, die Zergliederung der Schaamtheile; v. Ae- doeon u. Tome. Aedoepalmus, o aidoinak/iog; wahr- scheinl. verschrieben statt: aidoioTtakyoq ? Aedopsophia, f. st. A e d o e o p s o p h e s i s. Aedoiodynia, besser Aedoeodynia. Aedoiogfargal ..., besser Aedoeogargal... Aedoiopsophia , besser Aedoeops.. . . Aedo'itis, zz: Aedoe'itis ; v. Aedös, vgl. Iritis. _ Aedos , f] fadw?) genit. aiöoog, contr. ai~ dovg, vielleichtauch to aiöog, genit. mdFog, die Schaam, das Schaamglied, die Schaamtheile; wahrscheinl. v. «• priv. u. Fidio, (idoj, idfoj, Vi- deo!) etc. sehen, also: was nicht gesehen wer- den soll, wovor man die Augen niederschlägt. Aeg*a , rj atya , = Aix, die Zi eg e. Aejgagrius, s. Aegagrus. Aeg-agropila , — hält C ho ul aut mit Recht für den Plural des Neutrums Aegagropilum, Aeg-ag'ropilac, A e g a g r o p 11 i, ol a i y u~ ygo^zkoi, die Gemsenkugeln ; v. Aegagrus u. Pilos od. Pilus. Aeg’agrus, Aegagrius, o u. ?} atya- yoiog, uiyayyoq, bei den Alten: ein ziegen- od. gemsenartiges Thier, von welchem nach 1//h- menbach (s. dessen Naturgeschichte, unter Capra Hireus.) unsere Hausziege abzustammen scheint; v. Aix u. agrios. Aeg^ia, Aegias, Aegis, g aiyiug; siehe Aegis. — C. G. Kulm stellt die sehr plausi- ble Vermuthung auf, dass diese Wörter in Be- ziehung auf das Auge in der Bedeutung *Schild’ zu nehmen seien. <Uti etiim, sajjt er, thorax ante pectus posttus impedit, guo minus ad pc- clus usfjue ensis vel telum penetrare possit, ita (juorjue aiyig ante pupillam posita, impedi- mento est, fjtio minus lucis radii ad oculi interiora perveniant.’ — Das Etymol. M. Sylb. gibt folgende Erklärungen; Aiy i ad f g v fi f v f g fv Tolg o q & a k fi o Z g. y.ai rag fv rotg oq&-akfioZg vnokFVxovg ovkag, a i- yi adlig foyFi. Acyias ist teilte Haut auf dem Auge. Auch die weisslichen Narben auf dem Auge nennt man Aegiades.’ — Aiyig —- i) x a t fi Zg , Y.ai g o'£f tu nv og , y.ai cd arc o- OTikxpFig twv o q> & a k y w v. = Aegis, 1. der von oben kommende Sturm , der VFirbeiwind ; 2. das schnelle und heftige (hohe) Athmen; 3. der /Fieder schein vom Auge, Augenglanz?* — In Hinsicht auf Bedeutung und bes. auf Sy- nonymik sind , wie mein Jen. Rec. mit Recht wünscht, noch zu vergleichen : aiyiakideg, ui- yvkog, aiyvkwxy, utyvkioxp, aykuj, arto- orikxpig, 7i u (j a k u/i if.i i g xii)v o/x/uutojv etc. Aeg-ilops, o uiytXwxp, gen. atytXwnog, Aegilöpis, das Augenwinkelgeschwür, Thränendrüsen - od. auch Thränensacks- geschwiir, das Geisauge; (auch 2. eine Art Hafer; 3. ein Unkraut im Ger- sten ; 4. eine Eichenart!) -— Man lei- tet das Wort gewöhnlich her v. Aix u. Ops mit zwischengeschobenem A eupho- nicum. Da aber der Gebrauch dieses k selten ist und das Wort auch dann noch eig. Aego- lops heissen müsste, so tritt die Ableitung v. Aegilus u. Ops viel näher, nach welcher es dann wäre: ein Augenübel, das sich Ziegen beim Fres- sen an Büschen zuziehen! vgl. noch Anchilops u. Ancylops! Aeg-ilos, Aegilus, r) aiyikog; eine Strauch- art, (oder wahrscheinl. verschiedeneStrauch- arten,) welche die Ziegen gern fressen, (Zie- genbusch, Geisblatt!) v. Aix. Aeg-is, (Aegias,) i) a/yre, genit. at- ytdog, ein weisser undurchsichtiger Horn- hautfleck, eine weisse Hornhautnarbe; v. Aix, weil man dergl. Flecke oft an Zie- gen sieht. Da Aegis eig. Ziegenfell bedeu- tet, (woher: Aegide, der mit einem Ziegenfelle überzogene Schild; doch \gl. Aix!) so leiteten Manche die obige Bedeutung von einer angebli- chen Aehnlichkeil des Uebels mit der Haut der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29306760_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)